Düsseldorf: Düsseldorfer Firma schützt den guten Ruf im Internet

Düsseldorf: Düsseldorfer Firma schützt den guten Ruf im Internet

Die "Revolvermänner" räumen auf. Und kümmern sich auch darum, dass ihre Kunden im Netz ansprechend dargestellt werden.

Das Internet merkt sich alles. Das gilt auch für pikante Gerüchte, nachteilige Fotos und üble Nachrede. Diesen Umstand hat ein Unternehmen in Heerdt vor fünf Jahren als Geschäftsgrundlage für sich entdeckt.

Unter dem Namen Revolvermänner sorgt ein zehnköpfiges Team dafür, dass Kunden im Internet im rechten Licht erscheinen. Online-Reputationsmanagement nennt sich diese Art der Dienstleistung.

Vor allem kommende Führungskräfte und Vorstandsmitglieder wenden sich an die Firma mit Sitz im Unternehmerpark an der Schiessstraße. Ihr Anliegen: Im Internet das Bild abzugeben, das ihrem eigenen Anspruch entspricht.

Ein makelloses Auftreten im Netz ist vor allem beim beruflichen Aufstieg wichtig. "Werden bestimmte Positionen in Unternehmen besetzt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Personaler die Namen ihrer Bewerber googeln", sagt Christian Scherg, Geschäftsführer der Revolvermänner.

Mit mehreren Maßnahmen sorgen er und seine Mitarbeiter dafür, dass Suchmaschinen bei der Eingabe des Namens positive Ergebnisse liefern. Dafür kontaktieren sie zum Beispiel die Verbreiter negativer Nachrichten und wirken darauf ein, dass sie nicht zulässige Äußerungen aus dem Netz nehmen — wenn nötig, auch mit juristischer Unterstützung.

Zusätzlich werden eigene Inhalte geschaffen, wie zum Beispiel eine persönliche Internetseite oder ein öffentlich zugängliches Profil bei einem sozialen Netzwerk, welche über die Qualifikationen des Kunden informieren. Diese Seiten bewerten Suchmaschinen mit einer hohen Priorität und zeigen sie deshalb als erste Treffer an. "Es ist wichtig, die Interpretationshoheit zu gewinnen", sagt Daniel Nemeyer, Communication Strategist bei Revolvermänner. "Man muss eine eigene Geschichte erzählen, die das eigene Profil schärft."

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Was für Privatpersonen gilt, ist auch Unternehmen ein Anliegen — erst recht, wenn es sich um Kanzleien, medizinische Einrichtungen oder Versicherer handelt. Da sich immer mehr Kunden im Internet ein Bild von Firmen machen, können ihnen negative Suchergebnisse immens schaden.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, beraten Revolvermänner die Unternehmen strategisch — zum Beispiel im Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, über die Kunden auch offen ihren Unmut mitteilen. "Bei sozialen Netzwerken ist es wichtig, den Dialog selbst zu moderieren und aktiv mit den Möglichkeiten des Mediums umzugehen", sagt Scherg.

Dafür müssten oftmals alte Kommunikations-Strukturen in Unternehmen geändert werden. Um soziale Netzwerke erfolgreich zu nutzen, reiche es nicht mehr, auf Anfragen erst nach vielen Stunden oder gar Tagen zu reagieren.

Ernstfälle, bei denen Revolvermänner Firmen helfen sollen, gibt es viele. Entlässt etwa ein Unternehmen 3000 Mitarbeiter, beraten sie weitere Schritte für die Öffentlichkeitsarbeit. Gründe, die zu der Entscheidung geführt haben, werden transparent gemacht und in eine individuelle Geschichte eingebaut. Auch spätere positive Nachrichten — wie die Einstellung mehrerer Hundert Mitarbeiter nach dem Überwinden der Krise — werden ergänzt.

Längst nehmen nicht nur Firmen die Dienste der Revolvermänner in Anspruch. Zu ihren Klienten zählen auch verschiedene Parteien aus dem Deutschen Bundestag.

(RP/ila)
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