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Düsseldorfer erhält Post von 1989

Im neuen Umschlag : Düsseldorfer erhält Post von 1989

Erst vor wenigen Tagen hat Peter van Genabith sein Auto verkauft. Kurz darauf findet er ein Schreiben seiner Vollkasko-Versicherung im Briefkasten. "Ich dachte, die sind aber schnell", sagt der 57-Jährige. Doch der Brief stammte nicht aus diesen Tagen, sondern aus dem Jahr 1989.

Das Schreiben kommt aus einer Allianz-Zweigstelle. Der Umschlag ist neu und mit dem Logo der Deutschen Post versehen — kein Poststempel, keine Briefmarke. Ein Aufkleber erklärt, dass die Sendung wegen falscher Anschrift nachadressiert wurde. Gemeint ist die Postleitzahl, die längst eine andere ist. "Aber ich wohne seit 1989 hier", sagt van Genabith.

Eine Erklärung für die verspätete Zustellung hat die Versicherung nicht, sagt ein Allianz-Sprecher. "Wenn wir den Brief heute nachträglich versandt hätten, wäre unser Logo auf dem Umschlag." Der Fehler müsse bei der Post liegen, doch dort kann Sprecher Rainer Ernzer nur spekulieren. "Offensichtlich ist der Brief wegen der falschen Postleitzahl von uns nachverpackt und zugestellt worden", sagt er. "Ich habe aber keine Ahnung, wie er jetzt bei uns in den Postverkehr gekommen sein soll." Mit den Auswirkungen des Poststreiks habe dies nichts zu tun. "So etwas liegt nicht bei uns in der Ecke rum, erst recht nicht 26 Jahre."

Ein wichtiges Schreiben sei es nicht gewesen, sagt van Genabith. "Es war lediglich die Mitteilung, dass mein Kundenkonto ausgeglichen ist", sagt er. "Zum Glück war es keine Nachforderung. Das hätte teuer werden können."

(mro)