Trotz bundesweiter Suche: Düsseldorfer Entführer weiter verschwunden

Trotz bundesweiter Suche : Düsseldorfer Entführer weiter verschwunden

Unfassbar: Der in Düsseldorf geborene Thomas Wolf, inzwischen 55 Jahre alt, ist trotz bundesweiter Fahndung weiter spurlos verschwunden. Der Mann hatte zuletzt bei Wiesbaden eine Bankiersfrau entführt, 1,8 Millionen Lösegeld kassiert und war trotz Observation durch die Polizei entkommen. Seitdem sucht die Polizei nach ihm, nun auch mit internationalem Haftbefehl, also weltweit.

Wo er sich aufhält, ob er noch Kontakte in seiner Geburtstadt unterhält, ­die Polizei weiß es nicht. Am Rhein war der als hochgefährlich eingestufte Mann übrigens nie kriminell aktiv: Er überfiel neun Banken,­ eine in Hamburg, die anderen in Holland und Belgien. In den 70-er Jahren wurde er wegen verschiedener Delikte zu einer langen Haftstrafe verurteilt, aber schon 1988 gelang ihm die Flucht aus einem Gefängnis in Gütersloh.

Als er zur Jahreswende 1999/2000 wieder einsaß, diesmal in der Justizvollzugsanstalt Moers-Kapellen, gelang es ihm, in einen lockeren Vollzug zu kommen. Jedenfalls kehrte er aus einem Hafturlaub nicht zurück. Das war vor neun Jahren. Seitdem ist Wolf auf der Flucht - und beging in dieser Zeit die oben genannten Banküberfälle.

Das Bundeskriminalamt (BKA) führt den Mann in der Liste der meistgesuchten Personen und warnt vor ihm: "Vorsicht! Thomas Wolf ist bewaffnet!” So genannte Profiler sind nun dabei, wie bei einem Puzzle die Eigenarten und Vorlieben des Gesuchten zu sichten und ihm auf die Spur zu kommen.

Zuletzt hat Wolf im Großraum Frankfurt unter dem Namen David van Dyck mit einer Frau gelebt. Die Frau ahnte nicht, wer ihr Partner war. Weil die jüngste Tat ­ die Entführung ­ im Großraum Frankfurt geschah, hat die dortige Polizei die Regie über die Fahndung nach Wolf übernommen, erklärte Jürgen Linker von der Kripo Frankfurt. Aber auch die Polizei in Hamburg ist stark an Wolf interessiert: Dort überfiel er 2000, kurz nach Flucht aus dem Gefängnis, eine Bank und verschwand mit der Beute ­ über eine halbe Million D-Mark.

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