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Düsseldorfer des Jahres 2021: Campino ehrt Wim Wenders - "Düsseldorf ist stolz auf dich"

Campino über Wim Wenders : „Düsseldorf ist stolz auf dich“

Campino würdigt seinen Freund Wim Wenders in einer sehr persönlichen Laudatio als „Düsseldorfer des Jahres“. Der Sänger der Toten Hosen schickt seine Rede als Videobotschaft.

Mit einer emotionalen Laudatio würdigt Campino das Werk und die Leistung seines Freundes Wim Wenders. „Wie gerne würde ich dir jetzt persönlich gegenüberstehen, um diesen Anlass mit dir zu feiern“, sagt der Sänger der Toten Hosen in seiner Videobotschaft. Es sei traurig, dass die Corona-Pandemie unser gesellschaftliches Leben immer noch einenge und bestimme, so Campino. „Andererseits ist es gerade deshalb wichtig, sich von ihr nicht alles wegnehmen zu lassen.“ Es sei sinnvoll, den Umständen zu trotzen. „Wir müssen Sport, Kultur und andere Veranstaltungen durchführen und unterstützen, so gut es eben noch möglich ist. Damit setzen wir ein Zeichen, dass wir noch da sind.“

Campino, der 2008 die Hauptrolle in Wenders’ Film „Palermo Shooting“ spielte, bezeichnet den Regisseur als Vorbild in einer ganz besonderen Zeit, in der die Menschen mehr denn je positive Momente brauchten. Wenders habe im vergangenen Jahr seinen 75. Geburtstag gefeiert; ein Datum, an dem man innehalte und überlege, wo man herkomme und was man noch erreichen möchte. „Es geht vielen von uns so, dass wir als junge Menschen weg von zu Hause wollen“, sagt Campino. „Einfach so, um zu schauen, was es in der Welt zu entdecken gibt. Das ist die Zeit, in der wir Sehnsucht als ein Bedürfnis nach Ferne empfinden. Der Begriff Heimat steht da fast für einen umgekehrten Kompass: je weiter weg von zu Hause, umso besser.“ Daran sei nichts falsch, denn dieser Impuls führe uns zu jenen Abenteuern, die letztlich unser Lebens prägten.

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Campino erzählt von Wenders’ Düsseldorfer Jugend, von der Schulzeit in Benrath und den Flipper-Abenden in der Altstadt. Wenders habe damals davon geträumt, Maler zu werden. Deshalb sei er nach Paris gezogen, wo er schließlich seine Liebe zum Kino entdeckt habe. In München, Berlin und den USA habe Wenders seine Bestimmung gefunden, er habe Geschichte geschrieben und den europäischen Film verändert. Er sei zum Weltbürger gereift: „Du bist eine Legende geworden.“

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Umso bemerkenswerter seien die Bescheidenheit und Bodenständigkeit, die Wenders sich bewahrt habe. „Ich rede nicht davon, dass du nicht verrückt bist. Du bist verrückt. Aber man merkt es dir nicht sofort an.“ Vielmehr sei die Neigung, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, eine Prägung aus früher Kindheit. „Die rheinische Art, das Leben zu sehen und mit ihm umzugehen, hat offensichtlich auch bei dir Spuren hinterlassen.“

Und es gebe eine weitere Prägung, die wichtig sei für seinen Freund Wim Wenders, erzählt Campino. „Vor allem der feste Glaube an Gott. Der hat dir, besonders in schwierigen Zeiten, immer weitergeholfen.“

Wenders sei jedenfalls der perfekte Düsseldorfer des Jahres, so Campino. Nach den Jahren in der Ferne habe sich der Ort seiner Herkunft ganz leise wieder einen festen Platz in Wenders' Herzen zurückerobert. Erkennen könne man das etwa daran, dass die Wim-Wenders-Stiftung hier angesiedelt sei und die Geschichte von „Palermo Shooting“ in Düsseldorf beginne. Außerdem komme Campino auf dem Weg zum Probenraum der Toten Hosen jedes Mal am Wim-Wenders-Gymnasium in Oberbilk vorbei.

„Düsseldorf ist stolz auf dich“, ruft Campino Wenders zum Schluss zu. „Nicht nur in diesem Jahr.“

(hols/hebu)