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Düsseldorfer CDU-Stimmen zum Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer

Reaktionen der Düsseldorfer CDU : „Am Ende war Annegret Kramp-Karrenbauer sehr konsequent“

Der angekündigte Rückzug von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nötigt führenden Düsseldorfer Christdemokraten Respekt ab. Parteichef Thomas Jarzombek spricht Armin Laschet „absolutes Kanzlerformat“ zu.

Konsequenz – dieses Wort hört man von Düsseldorfer Christdemokraten immer wieder, wenn es um den am Montagmorgen angekündigten Abschied von Annegret Kramp-Karrenbauer vom Amt der CDU-Parteivorsitzenden geht. Damit verbunden ist ihre Aussage, keine Ambitionen mehr auf eine Kanzlerkandidatur zu haben.

„Am Ende war AKK sehr konsequent“, sagt Thomas Jarzombek, Vorsitzender der CDU Düsseldorf, „auf diese Art zu handeln, ist sicher eine ihrer Stärken.“ Das sei der Fall gewesen, als sie für die Parteikarriere das Amt als Ministerpräsidentin des Saarlandes aufgegeben habe, „und auch jetzt taktiert sie nicht bis zum Ende herum“, so Jarzombek.

Ähnlich sieht dies Parteivize Angela Erwin. Die Landtagsabgeordnete sagt wie Co-Vize Peter Blumenrath ebenfalls, „dass AKK sehr konsequent gehandelt hat“. Vieles habe am Ende nicht mehr richtig funktioniert, meint Ratsherr Blumenrath.

Dies ist auch der Grund dafür, dass CDU-Bürgermeister Friedrich Conzen sagt, er könne die Entscheidung „gut verstehen“. Es werde nun „nicht ganz einfach für uns“. Der altgediente Christdemokrat sieht die Lagerbildungen in seiner Partei kritisch und hat dabei vor allem die konservative Werte-Union im Blick. Man müsse sich in einer Partei auf Grundwerte einigen und solle dann Sonderwege vermeiden. Da könne nicht einer besser sein als der andere und von sich behaupten, er sei der Rechtgläubige. Er hoffe deswegen, dass nun eine Person an die Parteispitze gelange, „die den Verein zusammenhält. Das ist für mich das Wichtigste.“

Und wer soll die CDU führen, an der Parteispitze und als Kanzlerkandidat? Die Frage sei, ob die Führungsfrage wieder im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs geklärt werde und Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn sich daran erneut beteiligten. Beide sehen die Düsseldorfer CDU-Politiker als starke Kandidaten, aber nun komme auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ins Spiel.

Jarzombek zählt Laschet klar zum Favoritenlager, er sei eines der stärksten Pferde im Stall. „Er hat absolutes Kanzlerformat.“ Conzen sieht dies ähnlich, hält Laschet in NRW aber zunächst einmal für unverzichtbar. „Er muss sich erst noch um das Land kümmern. Das soll er noch eine Legislaturperiode machen, er bringt Nordrhein-Westfalen voran.“ Laschet (58) sei jung genug, er könne auch später noch Kanzler werden.

Für Angela Erwin ist es wichtig, dass die Führungsfrage „zügig“ in Angriff genommen wird. Einem Abwarten bis zum Mai, wie dies Kramp-Karrenbauer ins Spiel gebracht hat, steht sie skeptisch gegenüber. Es brauche jetzt eine Geschlossenheit in der CDU, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Partei zu stärken. Erwin selbst hat sich 2018 für Friedrich Merz an der Parteispitze ausgesprochen. Jetzt will sie abwarten, wer seinen Hut in den Ring wirft.