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Düsseldorfer Bienenzuchtverein bildet Imker aus

Naturschutz und Honigproduktion : Düsseldorfer Bienenzuchtverein: Imkerei mit Verantwortung

Der Düsseldorfer Bienenzuchtverein, der sich bereits 1883 gründete, und sein Vorsitzender Gino Collica bilden Hobbyimker aus. Seit drei Jahren werden Interessenten in den Themen Anatomie, Biologie und richtige Haltung geschult.

Gino Collica hält sein Gesicht ganz nah an die Bienenwabe. Um ihn he­rum summt und schwirrt es, hunderte Bienen hat er gerade aus der Dunkelheit ihres Stocks hervorgeholt, sie vorher mit einem speziellen Rauch besänftigt. Collica hat als Kind die Imkerei von seinem Großvater in seiner Heimat Sizilien gelernt, er hat keine Angst vor den Stichen der Insekten. „Wer gestochen wird, ist selbst schuld“, sagt der Italiener.

Gino Collica ist Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Düsseldorf, der 1883 gegründet wurde und somit zu den ältesten Vereinen der Landeshauptstadt zählt. 370 Mitglieder hat der Verein, Imker wie Collica, die sich für ihr Hobby und gleichzeitig den Naturschutz einsetzen. Denn der Honigbiene, also der von den Imkern gezüchteten Art, gehe es gut, sagt der Vereinsvorsitzende. „Es wird im Moment viel Aufsehen um das Bienensterben gemacht, aber man muss differenzieren: Probleme haben die Wildbienen, von denen es über 560 Arten gibt.“ Collica, der auch im Kreisimkerverband aktiv ist, begrüßt zwar die Imkerei als Freizeitbeschäftigung, betont aber auch, dass sich die Bienenzüchter stets ihrer Verantwortung bewusst sein müssen: „Ein Fehler kann schlimme Folgen haben, für die Tiere selbst und auch für die Natur“, weiß der Besitzer von 18 Bienenstöcken. Es gelte nun vor allem, die wild lebenden Bienenarten zu schützen – vor den Auswirkungen des Menschen auf die Natur, aber auch vor der Konkurrenz mit gezüchteten Bienenvölkern, die in deren Revier eindringen, wenn der Imker sein Handwerk nicht sauber erledigt.

Gino Collica erzählt, dass es unerfahrenen Bienenzüchtern oft schwerfalle, ihre Völker unter Kontrolle zu haben. Sein Merksatz: „Es ist wie bei Menschen: Man muss die Bienen beschäftigt halten, sonst machen sie Blödsinn.“ Dieser Blödsinn besteht zum Beispiel darin, auszufliegen und mit anderen, wilden Bienen zu kämpfen, wenn im eigenen Stock nicht genug Arbeit vorhanden ist. „Wenn sie dann noch unter Krankheiten leiden, kann das Gefahr für sämtliche Bienenvölker im Umkreis von mehreren Kilometern bedeuten“, betont Collica. Bis zu drei Kilometer weit können ansteckende Erkrankungen wie etwa die Faulbrut von falsch gepflegten Bienenvölkern verbreitet werden – oft das Todesurteil für wild lebende Insekten. Deswegen haben er und sein Verein es sich zur Aufgabe gemacht, interessierten Imkern das nötige Fachwissen zu vermitteln, um solche Vorfälle zu verhindern.

Seit drei Jahren bietet der Verein Schulungen für Hobby-Imker an. Darin werden, ausgehend von der Anatomie und der Biologie der Honigbienen, Verhalten und richtige Haltung sowie die Arbeit mit dem Bienenstock erklärt. „Gut ausgebildete und aktive Imker sind wichtig, um die Gesundheit der Natur zu bewahren“, weiß Collica.

Die Kurse beginnen im Frühjahr, bis zum Hochsommer finden sechs Termine statt, außerdem gibt es  Schnupperangebote.

Eine Imkerin, die er ausgebildet hat, ist Nicole Mesch. Begeistert spricht sie von ihren eigenen Stöcken, wie viel Spaß die Arbeit mit den Bienen mache und wie gut selbst produzierter Honig schmecke. „Ohne die Ausbildung hätte ich viele Fehler gemacht“, sagt sie. Jetzt weiß sie, wann sie zufüttern muss, wie sie eine Spaltung des Volkes verhindert und wie sie den Insekten helfen kann, die im Stock notwendige Temperatur von maximal 25 Grad auch bei großer Sommerhitze zu halten. Mesch selbst geht nur im Schutzanzug an den Bienenstock, denn sie ist gegen deren Gift allergisch. Dennoch will sie das Hobby beibehalten, denn wenn man es richtig anstellt, leisten die Honigbienen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Natur.