Konzerte im Knast Düsseldorfer Band „Rain“ tourt durch Gefängnisse

Düsseldorf · Die Band „Rain“ mit fünf Musikern aus der Landeshauptstadt tourt aktuell durch die Gefängnisse in der Umgebung. Warum die Düsseldorfer im Knast auftreten.

 Zur Band gehören Dieter Rau (v.l.), Toni Talevski, Achim Meyer, Andreas Flock und Michael Dobrick.

Zur Band gehören Dieter Rau (v.l.), Toni Talevski, Achim Meyer, Andreas Flock und Michael Dobrick.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Der erste Auftritt im Gefängnis sei „total locker und entspannt“ gewesen, sagt Michael Dobrick. „Am Einlass wurden unsere Gitarrenkoffer und Autos aber genau kontrolliert“, so der Holthausener. Die Düsseldorfer Band Rain mit fünf Mitgliedern aus dem gesamten Stadtgebiet tourt aktuell durch die Justizvollzugsanstalten in der Umgebung.

„Wir wollen die Häftlinge für kurze Zeit in eine andere Welt versetzen“, erklärt Dobrick. Das habe bei dem Auftakt ihrer „Swedish Curtain“-Tour Ende Oktober in Duisburg gut geklappt, beschreibt der Sänger und Gitarrist. „Es waren etwa 50 Häftlinge zugelassen, die laut mitgegrölt haben.“ Am Freitag folgte dann der nächste Auftritt im Gefängnis in Geldern, am Dienstag spielten sie im Dinslakener Knast. Weitere Konzerte sind unter anderem in den Justizvollzugsanstalten in Köln und Wuppertal geplant.

Zu den Gründungsmitgliedern der seit 1974 bestehenden Rockband gehört Achim Meyer. „Wir spielen eigentlich viel für Biker, sind beispielsweise schon in den Niederlanden und Belgien aufgetreten“, sagt Meyer. Zum Repertoire gehören viele eigene Songs des Genres Boogierock, zum Beispiel „Love is Rock ’n’ Roll“. Neben Michael Dobrick und Achim Meyer sind Andreas Flock (Keyboard und Gesang), Dieter Rau (Bass und Akustikgitarre) sowie Toni Talevski (Schlagzeug) Mitglieder der Gruppe. Einmal in der Woche proben die Musiker in einem Studio in Hilden.

Die Idee zur Knast-Tour hatten die Düsseldorfer selbst. „Wir haben Kontakt mit den Gefängnissen aufgenommen“, erklärt Rau, der selbst jemanden kennt, der eine Freiheitsstrafe verbüßen muss. Mit den Konzerten möchte die Band ein 34 Jahre altes Versprechen einlösen, wie Dobrick erklärt. Vor mehr als drei Jahrzehnten sei die Gruppe, damals noch in anderer Besetzung, in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt an der Ulmer Höh’ in Derendorf aufgetreten. „Wir haben gesagt, dass wir wiederkommen“, so Dobrick. Das klappt nun zumindest nicht mehr am gleichen Standort: Die

Justizvollzugsanstalt Düsseldorf zog 2012 aus dem Gebäude an der Ulmenstraße aus und befindet sich mittlerweile in Ratingen. In den ehemaligen Gefängnisräumen in Derendorf spielten auch schon die Toten Hosen.

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