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Düsseldorfer Bäderchef soll nun doch im Amt bleiben 

Nach Vorfällen in Düsseldorf : Bäderchef soll nun doch im Amt bleiben

Der bisherige Nachfolge-Favorit aus Berlin kommt nicht mehr infrage. Geschäftsführer Kettler bleibt mindestens zwei Jahre. Er war nach den Räumungen des Rheinbades durch die Polizei in Kritik geraten.

Wie geht es weiter an der Spitze der Düsseldorfer Bädergesellschaft? Stadtspitze und Aufsichtsrat der städtischen Tochter taten sich zuletzt schwer, eine gemeinsame Linie zu finden. Die Bewertung von Bäderchef Roland Kettler fiel sehr unterschiedlich aus. Während Oberbürgermeister Thomas Geisel es am liebsten hätte, wenn Kettler ginge, findet dieser bei Teilen des Aufsichtsrats weiterhin Unterstützung. Ein Ausweg soll jetzt in einer Runde zwischen Aufsichtsräten und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche gefunden werden. Hintzsche ist Sportdezernent und sitzt für die Stadt im Aufsichtsrat.

Das Verhältnis zwischen Kettler und Geisel ist seit dem vorigen Sommer belastet. Zwei Mal räumte die Polizei das Rheinbad, weil eine große Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund für Chaos gesorgt hatte. Geisel warf in den Wochen darauf der Bädergesellschaft „Lethargie“ vor, sie habe sich nicht aktiv genug um Auswege aus der Krise bemüht und es an neuen Ideen für mehr Sicherheit in den Bädern fehlen lassen. Der dann hinzugezogene Sicherheitsexperte, der frühere Düsseldorfer Spitzenpolizist Hans-Joachim Kensbock-Rieso, stellte der Bädergesellschaft hingegen ein besseres Zeugnis aus.

Die Konfrontation zwischen Stadtspitze und Kettler blieb. So wurde die Wirksamkeit der vorgezogenen Vertragsverlängerung Kettlers angezweifelt. Diese geschah im April 2018, Kettler lag zu diesem Zeitpunkt ein Wechselangebot vor. Aufsichtsratschef Peter Schwabe verlängerte nach Abklärung mit der städtischen Holding Kettlers Vertrag bis April 2023. Es gab jedoch keinen formellen Beschluss im Aufsichtsrat.

Geisel könnte diesen Streit noch eskalieren, hat dies jedoch nicht vor. Ein Grund dafür ist, dass ein gefundener Nachfolge-Kandidat aus Berlin bei seiner Vorstellung im Aufsichtsrat selbst bei den Kettler-Kritikern keinen Anklang fand. Die Politiker votierten sogar dafür, diesen Kandidaten, wenn überhaupt, zunächst nur an Kettlers Seite arbeiten zu lassen. Geisel sagt nun, der Aufsichtsrat solle entscheiden, was er wolle. Als Vertreter des Eigentümers Stadt könnte sich Geisel zwar über den Aufsichtsrat hinwegsetzen, will dies aber nur „aus triftigem Grund“ tun. Den sieht er jetzt nicht als gegeben an.

Die Suche nach einem Kettler-Nachfolger startet jetzt also neu. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass Kettler noch mindestens zwei Jahre im Amt bleibt und sich um die Bäderneubauten kümmert. Am Sonntag etwa startet das neue Hallenbad in Flingern den Badebetrieb.