Düsseldorfer Altstadt: Pavillon am Carschhaus wird zum Zankapfel

Bauwerk in der Düsseldorfer Altstadt : Der Pavillon am Carschhaus wird zum Zankapfel

In einer Petition sprechen sich bereits mehr als 1000 Bürger gegen die Idee eines Heine-Platzes ohne das Bauwerk aus. Dass der neu gestaltet wird, ist dagegen klar.

Die Netzdebatte um den Musik-Pavillon am Heinrich-Heine-Platz hat sich noch einmal verschärft. Mehr als 1330 Menschen - davon über 940 aus Düsseldorf - haben sich inzwischen an einer Online-Petition beteiligt, in der gegen einen möglichen Abriss des Bauwerks protestiert wird. Am Dienstag meldete sich Oberbürgermeister Thomas Geisel zu Wort und beklagte irreführende Behauptungen in der Petition.

„Ich bin überrascht über die Behauptungen des Initiators Christian Rütz, Ratsmitglied der CDU“, erklärte Geisel laut einer städtischen Mitteilung: „Weder habe ich mich mit Carschhaus-Besitzer René Benko auf eine Umgestaltung inklusive Entfernung des Pavillons verständigt, noch ist die Umwandlung der Kasernenstraße in eine Fahrradstraße ohne politischen Beschluss und Bürgerbeteiligung geplant.“

Auslöser des Streits ist eine Idee für den Umbau des Carschhauses in ein Kaufhaus des Westens und eine begleitende Umgestaltung des Platzes davor. Diese hatte Benko dem Oberbürgermeister bei einem Treffen vorgestellt – und sie war Thema bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes. Eine Visualisierung dazu zeigt den Platz ohne das historisch anmutende Bauwerk, zudem sind die umliegenden Stufen des Platzes verschwunden. Allerdings wurde dazu gesagt, dass es sich noch nicht um eine endgültige Planung handele.

„Ich habe schon bei der Vorstellung auf der Mipim in Cannes betont, dass es sich um eine erste, aus meiner Sicht attraktive Anmutung für ein KaDeWe handelt“, sagte Geisel laut Mitteilung. „Das haben auch die mitgereisten Ratsfraktionen inklusive der CDU erfahren.“

Er begrüße, dass man einen Konzeptentwurf des renommierten Architekten David Chipperfield erhalten habe, die er „als inspirierende Anregung für die weitere Diskussion“ verstehe. Es werde aber keine Umsetzung ohne politische Beteiligung und Bürgerbeteiligung geben, so Geisel: „Vor diesem Hintergrund kann es sich bei den Behauptungen von Herrn Rütz nur um eine bewusste Irreführung handeln.“ Bereits jetzt laufe eine vorbereitende Beteiligung von Anliegern, Taxifahrern und Rheinbahn.

Rütz wehrte sich gegen den Vorwurf der Irreführung und betonte die Notwendigkeit der Petition in diesem frühen Stadium. Immerhin schließe Geisel den Abriss weiterhin nicht aus: „Er gibt kein Bekenntnis zum Erhalt des Pavillons ab, auch nicht an anderem Standort.“

Rütz kritisiert, dass die von der Stadt angesprochene Beteiligung der Anlieger nicht öffentlich sei. Und: „Obwohl die Stadt schon 2017 angegeben hat, sie plane aktuell den Platz, ist bis heute nicht bekannt gegeben, wann und wie die Bürgerbeteiligung erfolgen soll und wann die Beschlüsse gefasst werden sollen.“

Die Stadt hatte damals erklärt, man erarbeite ein Konzept für den gesamten Platz. Im vergangenen Jahr hatte zudem eigentlich das benachbarte Hotel Breidenbacher Hof eine Terrasse dort einrichten wollen. Auf Anfrage unserer Redaktion hieß es nun aus dem Hotel, man sei nach wie vor „sehr daran interessiert“, den Platz gastronomisch zu bespielen.

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