Name und Nachricht: Düsseldorf

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Für seine Aufgabe als neuer Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) ist André von Schúeck nicht zuletzt durch seine familiären Wurzeln bestens gerüstet. Er selbst ist Jude, seine Vorfahren väterlicherseits waren Protestanten aus dem tschechischen und bayerischen Raum, die Mutter eine Krefelder Jüdin, deren Familie den Holocaust überlebt hat.

Und sein jüdischer Großvater heiratete in zweiter Ehe eine Frau ("meine Nenn-Oma"), die dem neuapostolischen Bekenntnis anhing.

"Jeden Sonntag schnitten wir frische Rosen für den Altar, und wenn ich ein Stück Brot vor dem Tischgebet in die Hand nahm, gab's einen Klaps mit der Fliegenklatsche", erinnert sich der Modedesigner, der den Bundesverband Design, Mode, Textil führt. Mit Sorge blickt Schúeck, der einen in London lebenden Sohn hat, auf das, was er den "importierten Antisemitismus" nennt. Bestimmte Zuwanderer hätten eine solche Haltung mit der Muttermilch aufgesogen und menschenverachtende Bücher wie die "Protokolle der Weisen von Zion" als Schullektüre lesen müssen.

"Dafür kann derjenige erst einmal nichts, aber unsere Gesellschaft ist aufgerufen, intelligent gegenzusteuern", sagt er. Bei der 145 Mitglieder zählenden Düsseldorfer DIG, die am kommenden Sonntag im Goethe-Museum ihren 35. Geburtstag feiert, hat er bereits einige Neuerungen eingeführt, darunter ein Facebook-Portal und ein Quartalsprogramm. Wie wichtig die Arbeit der DIG ist, hat ihm eine Begegnung vor wenigen Tagen gezeigt. "Nach einem Vortrag über den Nathan-Komplex kam eine Frau zu mir.

Sie sagte, nachdem, was sie in den letzten Monaten erlebt habe, müsse sie sich endlich positionieren und bat um ein Eintrittsformular." Jörg Janßen

(RP)