Name und Nachricht: Düsseldorf

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Es ist eine Veranstaltung, die sich wie kaum eine andere den Integrationsgedanken auf die Fahnen geschrieben hat. Zu Recht ist der Kreis der Düsseldorfer Muslime (KDDM) stolz auf das Fußballturnier Imame gegen Priester, bei dem Rabbiner als Schiedsrichter fungieren und das seit sieben Jahren fest zum Düsseldorfer Eventkalender gehört.

Ausgerechnet dort hat sich im Mai ein salafistischer Prediger ins Team der Imame eingeschlichen. Für Dalinc Dereköy, den Vorsitzenden des KDDM, der erst kürzlich ein bundesweit vielbeachtetes Bekenntnis zu Freiheit und Weltoffenheit, gegen Hass und Gewalt gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde initiiert hat, ist das ein herber Schlag. "Es ärgert uns sehr, dass der Geist der Veranstaltung hierdurch möglicherweise tangiert worden ist", sagt er.

Zumal der Wuppertaler Prediger beim KDDM schon seit zwei Jahren eine unerwünschte Person ist.

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Statt sich zum Turnier über das Onlineportal des KDDM anzumelden, hatte er im Mai kurz vor der Veranstaltung einen ehrenamtlichen Organisationshelfer gebeten, ihn noch schnell auf die Liste zu setzen. Dabei nannte er seinen bürgerlichen Namen und nicht den, unter dem er auch den Sicherheitsbehörden als Aktivist in der radikalen Salafistenszene bekannt ist. Der Helfer habe ohne Rücksprache gehandelt und sich inzwischen aus dem Organisationsteam zurückgezogen, sagt Dereköy. Er will sich künftig aber nicht mehr nur auf Ehrenamtler verlassen, sondern die Organisation des Turniers professionalisieren, um solche Pannen zu verhindern. Vom Integrationsminister, der sich beim Termin ahnungslos mit dem Salafisten fotografieren ließ, gab es Rückendeckung: An der vorbildlichen Arbeit und der Grundhaltung des KDDM gebe es keine Zweifel.

(RP)
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