Name und Nachricht: Düsseldorf

Name und Nachricht: Düsseldorf

Sie wird vermisst in Düsseldorf. Das Haus am Grabbeplatz wirkt unbeseelt. Das freundliche Lachen der Direktorin fehlt, ihre umgängliche Art, Menschen hineinzuziehen, sie in die Kunst zu verwickeln, ihnen die Akteure nahezubringen. Und etwas vermisst Marion Ackermann auch ihr Düsseldorf. Das hat sie dieser Tage zugegeben, die ehemalige Chefin der Kunstsammlung, die das Rheinland im November 2016 verließ, um in Dresden noch mächtiger zu werden und konzeptioneller wirken zu können. Die Freunde fehlten ihr, hat Ackermann (52) ausgeplaudert, die Künstler, die zum Teil auch Freunde geworden sind (man denkt an Günther Uecker und Andreas Gursky), die Kunstsammlung mit ihren Freunden und Mitarbeitern. Kurzum. Eigentlich hätte Ackermann gar nicht gehen dürfen, nachdem sie in sieben Jahren tiefgreifende Veränderungen herbeigeführt hat.

Ein zweitägiger Kongress der Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder hat Ackermann dazu veranlasst, kurz zurückzukommen. Am Abend ist sie gelandet, heute Morgen wird sie einen Vortrag über eines ihrer Lieblingsthemen halten. Wie wichtig Kunst für Kinder ist, und wie unerlässlich kulturelle Bildung weltweit für den pädagogischen Kanon und Partizipation ist.

Kulturelle Bildung und globale Vernetzung hat Ackermann in ihrer Düsseldorfer Zeit nach vorne getrieben wie keine andere, sie hat exklusive Jugend-Previews und Ateliers für die Allerkleinsten eingeführt, sie hat bei ihren letzten Projekten die Vernetzung der Museen und ihrer Inhalte weltweit gefordert. Seit zehn Jahren ist sie als Kuratoriumsmitglied aktiv, noch mit NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) hat sie den Kongress nach Düsseldorf geholt und vor den Wahltermin gelegt. Annette Bosetti

(RP)