Name und Nachricht: Düsseldorf

Name und Nachricht: Düsseldorf

Wie verändert sich eigentlich das Leben, wenn man als junger Mensch plötzlich in den Landtag einzieht? Man gibt seinen bisherigen Job (Verwaltungsleiter eines Kommunalen Spitzenverbandes) auf, bezieht ein Büro am Rhein, lernt irgendwann, wohin all diese Gänge führen, guckt, dass man bei der Verteilung der Ausschüsse etwas Gutes erwischt und besucht dann eine Menge Veranstaltungen, von deren Existenz man bis zur erfolgreichen Wahl nicht einmal etwas geahnt hat.

So scheint es Marco Schmitz ergangen zu sein. Am 14. Mai gewann der 38-Jährige das Direktmandat im Düsseldorfer-Osten, seit 1. Juni ist er Abgeordneter im NRW-Parlament. Dort hat der Christdemokrat auf Anhieb den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales erhalten, und folglich auf seiner Internetseite auch schon zwei Videos mit Plenarreden hochgeladen.

Einen der ungewöhnlichen Termine besuchte Schmitz am 11. Oktober: den Parlamentarischen Abend der Automatenwirtschaft. Heißt wirklich so, gibt es wirklich so. Die freundlichen Vertreter des erlaubten Glücksspiels lockerten ihre Veranstaltung mit einem Dart-Turnier auf. Schmitz erwies sich als der beste Werfer und durfte bestimmen, welche soziale Einrichtung den Preis, einen Dart-Automaten, bekommt. Der Düsseldorf entschied sich für das Schülercafé der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta in Gerresheim, in der ab morgen die Pfeile fliegen, wenn die erwähnten freundlichen Vertreter den Automaten zur offiziellen Übergabe bringen. "Ich habe die Katholische Gemeinde ausgewählt, weil sie für die vielen Schüler und Mitglieder eine große Stütze ist und stark in den Stadtteil hineinwirkt", erklärte der Abgeordnete.

Christian Herrendorf

(RP)