Name und Nachricht: Düsseldorf

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Als "Hospitant" hatte sich Frank Grenda (49) der SPD angeschlossen. Damit ist Schluss: Die Genossen wollen mit dem einzigen Piraten-Politiker im Stadtrat nicht mehr zusammenarbeiten. Der Fraktionsvorstand hat beschlossen, Grenda auszuschließen, er erhält auch nicht mehr die Hilfe der Geschäftsstelle - weil er in einer Abstimmung mit der CDU votiert hat.

Es geht um die bunteste Gestalt im aktuellen Stadtrat. Der Bankfachwirt und IT-Experte interessiert sich vor allem für die Technik im Rathaus und prescht gern mit Fragen vor, die den meisten, eher noch im analogen Zeitalter geprägten Ratsleuten Rätsel aufgeben. Seine letzte Anfrage etwa trug den geheimnisvollen Titel: "Handtuch-Wurf bei Multifunktionsgehäuse". Aber auch bei vielen anderen Themen tritt der Mann mit dem orangen Hemd und dem breiten Grinsen von seinem Sitz in der letzten Reihe ans Pult - und sorgt mit wortreichen Beiträgen, bei denen nicht immer ein roter Faden ersichtlich ist, bisweilen für Belustigung oder Ärger. Grenda lässt sich davon nicht bremsen.

Die Sozialdemokraten gehen nun auf Distanz. Wie zu hören ist, waren Mitglieder der Fraktion genervt von seiner Unberechenbarkeit. Und das, wo man an der Kooperation nicht zuletzt interessiert war, um die knappe Mehrheit im Rat auszubauen. Den Ausschlag gab die Abstimmung zur Sparkommission in der vorletzten Ratssitzung, in der Grenda die Opposition bevorzugte. Er selbst sagt, er sei der SPD zu unbequem. "Ich bin eben kein Parteisoldat, der nie nach dem Warum fragt."

Das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP muss jetzt noch besser die eigenen Reihen zusammenhalten. Es kommt nun nur noch auf 41 Stimmen, das ist die Hälfte des Gremiums. Die Mehrheit ergibt sich nur durch die Stimme von OB Thomas Geisel (SPD). Arne Lieb

(RP)
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