Name und Nachricht: Düsseldorf

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Sie hatte überlegt, Medizin zu studieren, aber dann folgte Anne-José Paulsen dem Vorschlag ihres Vaters, doch mal über Jura nachzudenken. Das tat sie und entschloss sich zum Studium der Rechtswissenschaft. Ihre Talente konnte die in Meerbusch geborene Paulsen in diesem Fachgebiet voll ausspielen und so machte sie eine glänzende Karriere, deren Krönung das Präsidentenamt des Oberlandesgerichts Düsseldorf war. Den Posten hatte sie seit 2002 inne, zum Monatswechsel geht sie nun in den Ruhestand. Die Nachfolge ist noch zu regeln.

Was war der Reiz an diesem Beruf, dieser Position? "Die Mischung von abstrakt-analytischem Denken und hohem Anwendungspotenzial ist einfach perfekt für mich", bekannte sie im Interview mit unserer Redaktion. "Dazu kommen der Umgang mit vielen Menschen - und viel reden zu dürfen." Das tat sie, aber nicht auf eine unangenehme Weise, sondern eher so, dass Begeisterung und Elan durchschimmerten. Dann können Gespräche Spaß machen, und Paulsen hat in ihrer Zeit als OLG-Präsidentin viele geführt. Dass die Liebe zum Detail und zur Problemlösung dabei oftmals Hand in Hand gingen, gehört zu ihren Talenten. Einiges davon war schon in ihrer Zeit als aktive Richterin zu erkennen gewesen. Da war sie unter anderem für Patentsachen zuständig, die Königsklasse der Richterschaft. Diesen Bereich, der dem OLG internationalen Rang verschafft hat, baute Paulsen konsequent aus. Nun ist ihre Zeit des Berufsalltags vorbei, und während andere große Reisen starten, um Abstand zu gewinnen, hat die Juristin eine einfache Sache ganz oben auf dem Wunschzettel stehen: einfach erst mal ausschlafen. Mehr Zeit mit Freunden und Familien verbringen. Und etwas weiterarbeiten: als Vorsitzende des Hochschulrates der Heinrich-Heine-Universität. Uwe-Jens Ruhnau

(RP)