Name und Nachricht: Düsseldorf

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Lena Löwen gehört zu den Rheinländerinnen, die nicht so wild auf Karneval sind. Das fügt sich gut. Denn von heute bis Veilchendienstag ist die 33-jährige Diplom-Pädagogin mit einer Kollegin beim Frauen-Krisendienst im Einsatz. In der Frauenberatungsstelle an der Talstraße 22 bis 24 ist sie mit einer Kollegin von 10 bis 14 Uhr persönlich ansprechbar oder am Telefon unter der Nummer 0211 686854. Frauen, die sexuelle Übergriffe erlebt oder beobachtet haben, können sich dort kostenlos Rat und Unterstützung holen. Löwen, die den Dienst federführend organisiert, weiß aus Erfahrung, wer die Hilfe in Anspruch nimmt: "Es sind vor allem eher jüngere Frauen zwischen 18 und 35 Jahren, die sich bei uns melden. Aber grundsätzlich sind alle Altersstufen, eben auch deutlich Ältere, von sexuellen Übergriffen betroffen." Wenn es über Karneval zu mehr Übergriffen auf Frauen kommen sollte, bis hin zur Vergewaltigung, dann macht sich das oft nicht sofort beim Krisendienst bemerkbar. "Die Frauen melden sich meist nicht im Akutfall, sondern erst im Nachgang." Oft melden die Betroffenen sich erst eine Woche später bei Löwen und ihren Kolleginnen, die dann möglichst zeitnah einen Beratungstermin anbieten. "Manche sind unsicher, ob sie eine Anzeige machen wollen, manche wissen klar, dass sie keine Anzeige erstatten werden", sagt Löwen. Gründe für den Verzicht: Die Frauen möchten bei einer späteren Verhandlung nicht noch einmal mit dem Täter konfrontiert werden, oder sie wollen ihr Umfeld nicht in die Tat einweihen. Löwen findet es aus gesellschaftlichen Gründen zwar besser, wenn der Täter angeklagt wird. "Individuell betrachtet kann es aber anders aussehen."

Sonja Schmitz

(RP)