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Name und Nachricht: Düsseldorf

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Es war ein Auftritt, wie ihn Joelina Marlen Gründel so noch nicht erlebt hat. Mehr als 1000 Delegierte der internationalen Welt-Kakao-Konferenz hörten gestern zu, als die 13-Jährige von der Montessori-Gesamtschule in Flingern im Berliner Maritim-Hotel an der Stauffenbergstraße ans Mikrofon trat. Als erste von vier jungen Menschen, die sich für faire Schokolade und gegen Kinderarbeit in den Kakaobohnen anbauenden Staaten einsetzen, redete sie den versammelten Akteuren des globalen Schokoladengeschäfts ins Gewissen.

"Wir brauchen einen TÜV für faire Schokolade und müssen die Börsenspekulation beim Kakao endlich begrenzen", sagte sie. Seit mehr als drei Jahren gehört die junge Werstenerin zu der von Lehrer Bernd Kowol koordinierten Schokofair AG der Gesamtschule am Hermannplatz. Die AG trifft sich freitags nach dem Unterricht und an Samstagen. Mehr als 20 Jungen und Mädchen, die sich dort regelmäßig engagieren, reisten jetzt nach Berlin, um gemeinsam mit etwa 100 anderen Schülern aus ganz Deutschland zu demonstrieren.

"Wir wollen nicht, dass Kinder, statt in die Schule zu gehen, den ganzen Tag Kakaobohnen ernten, nur damit wir preiswerte Schokolade kaufen können", meint die 13-Jährige und fordert die Konzerne auf, die Kakaobauern besser zu bezahlen. "Dann können die auf den Einsatz von Kindern verzichten." Ihr bereits mehrfach ausgezeichneter Kampf gegen Kinderarbeit könnte den "Schokofairs" bald einen weiteren Preis einbringen. Denn die Düsseldorfer gehören zu den sechs Nominierten, die sich im Juni Hoffnungen auf die "Goldene Göre", den wohl renommiertesten Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung, machen dürfen.

"Wir sind gespannt", sagt Joelina.

(RP)