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Name und Nachricht: Düsseldorf

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Daniela Antonin (45) erhält einen Job, den es nicht mehr geben sollte: Sie wird Leiterin des Hetjens-Museums. Dabei galt es fast schon als ausgemacht, dass das Keramik-Institut in der Carlstadt seine Unabhängigkeit verliert. Dass es doch noch anders gekommen ist, liegt auch an Antonins Wirken.

Für die gebürtige Dinslakenerin ist der Chefposten ein lange verfolgtes Ziel. Sie hatte sich bereits vor zehn Jahren auf die Leitung des Museums beworben, das sie schon als Jugendliche besucht hat. Damals ging der Posten an Sally Schöne, Antonin wurde Stellvertreterin. Die gebürtige Dinslakenerin, die über die Meißener Porzellane der bayerischen Kurfürsten promoviert hat, betreut die Porzellan-Sammlung.

Seit Schöne das Haus vor zwei Jahren verließ, firmierte Antonin als kommissarische Leiterin. Und in diesem Amt hat sie viel Wirbel veranstaltet: Sie beschränkte sich nicht darauf, sich kenntnisreich mit alten Gefäßen zu beschäftigen, sondern begann mit einer Modernisierung des Hauses - und sorgte durch gutes Netzwerken dafür, dass über das Museum gesprochen wird. Mit Hilfe von privaten Unterstützern ließ sie den Festsaal herrichten, mit dem Freundeskreis erarbeitet sie eine Neukonzeption. Und es gibt auch einen Plan, wie sich ein Café im hübschen Innenhof des Palais Nesselrode verwirklichen lässt. Das waren auch Hinweise an die Politik, dass das Hetjens nicht Anhängsel eines anderen Hauses werden möchte - und dass Antonin mehr will, als Stellvertreterin bleiben.

In die Karten spielte ihr dabei, dass die Politik keinen echten Plan B in der Tasche hat. Zumindest in Bezug auf das Hetjens ist die Debatte jetzt beendet: Der Rat muss die Personalie noch genehmigen, aber das gilt als Formsache. Dann kann Antonin so richtig loslegen.

Arne Lieb

(RP)