NAME UND nACHRICHT: Düsseldorf

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Ein Junge von der Walzwerkstraße in Reisholz, stets politisch, einer, der ohne fruchtbaren Streit und ohne Kultur nicht existieren kann: So skizzierte Udo Achten gestern Abend im Jan-Wellem-Saal des Rathauses sich selbst. Gekommen war der 73-Jährige, weil er mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet wurde. Leicht ist ihm das nicht gefallen. "Das Bundesverdienstkreuz hätte ich wohl abgelehnt, weil eine Lebensleistung selten einer isoliert für sich erbringt, er braucht dazu Freunde und Kollegen", sagte er am Rande des Festaktes.

Doch die Ehrung aus den Händen von Jürgen Willem, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, nahm er dann doch gerne in Empfang. Zu ehren gibt es Einiges im Leben des Mannes, der nach der Volksschule erst einmal Papiermacher lernte, im Chemie- und im Stahlbereich arbeitete, bevor er schließlich Sozialarbeit und Erziehungswissenschaften in Düsseldorf und Marburg studierte. Zu seinem Lebenswerk wurde die Geschichte der Gewerkschaften, der Arbeiter- und der Friedensbewegung und die Düsseldorfer Regionalhistorie.

Bekannt ist er vielen Bürgern seiner Heimatstadt vor allem durch den 1989 von ihm herausgegebenen, mehrfach wieder aufgelegten Band "Düsseldorf zu Fuß", der Stadtteilrundgänge zu Geschichte und Gegenwart abbildet. In jüngerer Zeit widmete er sich "Jacques Tillys Narrenfreiheit" sowie den sozialen Bewegungen und Arbeitskämpfen im nahen Ruhrgebiet. Ein Satz, den er im Band über Jacques Tilly zur Satirefreiheit geschrieben hatte, griff Laudator Wilhelm gestern besonders gerne auf: "Kritik ist das Salz in der Suppe.

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Sonst verkommt Demokratie zum müffelnden Eintopf." Jörg Janßen

(RP)
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