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Name und Nachricht: Düsseldorf

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Bildung spielt im Leben von Holger Braune eine große Rolle. Und das liegt nicht zuletzt an seinem Geburts- und Heimatort Weimar. Denn die Stadt in Thüringen prägte vor 200 Jahren das deutsche Geistesleben. Braune ließ sich jedenfalls inspirieren, studierte Germanistik und Philosophie. Seit zwei Wochen leitet der 38-Jährige die Freie Christliche Gesamtschule in Hassels. Für den Pädagogen ein Traumjob. Junge Menschen in ihrem Werden zu begleiten und ihnen Chancen zu eröffnen, ist für ihn eine großartige Aufgabe.

Das an einer freien christlichen Schule tun zu können, ist dem Protestanten wichtig. "Ein gutes Schulsystem lebt von Vielfalt", sagt der Neu-Pempelforter. Eine Grundidee, die er auch auf die eigene Schule anwendet. Denn die orientiere sich an christlichen Grundwerten, nötige aber keinem Schüler irgendein Bekenntnis auf. "Zu uns kommen Katholiken, Muslime, Atheisten und Juden", sagt Braune. Die seit 2014 gelöste Finanzkrise der Freien Christlichen Schulen, die Eltern, Schüler und Lehrer verunsicherte, ist für ihn ein vergangenes Kaptitel.

"Es ging um Immobilien und Baukosten, nie um unser Konzept", sagt er. Profitieren kann der junge Schulleiter, der in Jena über "Stereotype bei antisemitischen Texten" promovierte, auch von Erfahrungen jenseits des schulischen Tellerrands. So arbeitete er vor gut zehn Jahren als Dramaturg für das Stück "Baal" von Bert Brecht, das damals am Weimarer Nationaltheater und am Gorki-Theater in Berlin aufgeführt wurde. Seine Schüler dürfen sich nun auf Exkursionen nach Weimar freuen.

Dort werden sie allerdings nicht nur über Goethe sprechen, sondern auch Buchenwald besuchen. "Beides gehört zur Stadt",sagt Braune. Jörg Janßen

(RP)