Düsseldorf: Zwei Schulleiter gehen in den Ruhestand

Bildung in Düsseldorf : Abschied vom Schuldienst

Die Schulleiter Manfred Uchtmann-Göttinger (Franz-Jürgens-Berufskolleg) und Michael Baltes (St.-Ursula-Gymnasium) gehen in den Ruhestand. Zeit für einen Rückblick.

Manfred Uchtmann-Göttinger, geboren 1953 in Osnabrück, studierte Werkstofftechnik, bevor er sich für eine Lehramts-Karriere entschied. Fast elf Jahre lang leitete er das Franz-Jürgens-Berufskolleg in Bilk. Zuvor war er stellvertretender Schulleiter eines Berufskollegs in Duisburg-Rheinhausen.

Waren Sie ein guter Schüler? Welche Fächer waren Ihre Favoriten?

Manfred Uchtmann-Göttinger Im Laufe der Jahre bin ich von einem mittelmäßigen zu einem doch recht guten Schüler gewachsen. Chemie, Physik, Sport und Geografie waren immer meine Lieblingsfächer.

Warum sind Sie Lehrer geworden?

Uchtmann-Göttinger Die Berufung zum Lehrerdasein hat mich schon früh gefesselt. Schon in der kirchlichen Jugendarbeit meiner katholischen Gemeinde war mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine Herzensangelegenheit. Die Arbeit in politischen Parteien und Gruppierungen spiegelt dazu mein gesellschaftliches Bewusstsein wider. Und gesellschaftliche Veränderungen kann man am besten umsetzen, indem man jungen Menschen durch Bildung unsere demokratischen Grundlagen nahebringt und sie im Geiste von Menschlichkeit und Toleranz erzieht.

Was hat sich in vier Jahrzehnten Pädagogen-Dasein am meisten verändert?

Uchtmann-Göttinger Besonders gewandelt hat sich der Unterricht von einem doch sehr lehrerzentrierten Fachunterricht hin zu einem schüler- und handlungsorientierten Unterricht, in dem fächerübergreifend gearbeitet wird. Zudem bin ich als Lehrer noch in eine computerlose Zeit eingestiegen. Der technische Wandel erfordert heutzutage eine ständige Weiterbildung als Lehrer.

Was hat Sie an der Schule, die Sie jetzt verlassen, am meisten beeindruckt?

Uchtmann-Göttinger Das sehr engagierte Kollegium, welches sich immer um einen hohen fachlichen Standard bemüht hat und gleichzeitig ein hohes Engagement für die pädagogischen Aufgaben als Lehrer zeigt. Zudem die hervorragende Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben aus Industrie und Handwerk. Und die exzellente technische Ausstattung der Schule durch die Stadt Düsseldorf.

Würden Sie wieder Lehrer werden wollen?

Uchtmann-Göttinger Jederzeit. Im Rückblick erfüllen mich die langen Jahre in dem Beruf mit einer großen Befriedigung, jungen Menschen auf dem Weg in ihren Beruf und in das Leben geholfen zu haben.

Michael Baltes, geboren 1953 in Saarbrücken, absolvierte sein Lehramtsstudium an der Universität des Saarlandes und war 21 Jahre an einem Wuppertaler Gymnasium als Lehrer tätig, ehe er im Jahr 2000 Leiter des Erzbischöflichen St.-Ursula-Gymnasiums wurde.

Waren Sie ein guter Schüler? Welche Fächer waren Ihre Favoriten?

Michael Baltes Ich war während meiner Schulzeit stets ein guter Schüler, aber kein überragender. Besonders interessiert war ich aber an den Fächern Geografie, Latein und Griechisch.

Warum sind Sie Lehrer geworden?

Baltes Ich habe immer gerne mit Jugendlichen gearbeitet, auch schon in meiner Zeit als Messdiener. Da­rüber hinaus wollte ich mein an der Universität erworbenes Wissen gerne an spätere Generationen weitergeben und Schülerinnen und Schüler für meine Fächer begeistern.

Was hat sich in vier Jahrzehnten Pädagogen-Dasein am meisten verändert?

Baltes Der Unterricht ist heute – Gott sei Dank – viel schülerzentrierter als noch vor drei oder vier Jahrzehnten. Die Eltern sind bezüglich der Erziehung ihrer Kinder aber viel unsicherer als früher. Das spüren wir täglich in der Schule.

Was hat Sie an der Schule, die Sie jetzt verlassen, am meisten beeindruckt?

Baltes Die gute Zusammenarbeit aller am Schulleben beteiligten Gremien und Gruppen, das positive Klima und die vielen, vielen netten und besonderen Menschen, denen ich begegnen durfte.

Würden Sie wieder Lehrer werden wollen?

110719 Michael Baltes, Schulleiter des St.-Ursula-Gymnasiums sagt TschŸss Foto: Andreas Bretz. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Baltes Ja! Für mich ist es der schönste Beruf, den man sich vorstellen kann.

Mehr von RP ONLINE