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Düsseldorf: Düsseldorf zum Ausmalen

Düsseldorf : Düsseldorf zum Ausmalen

Der Künstler Joachim Stallecker und die Grafik-Designerin Maren Forsthoff bieten ihre eigene Sicht auf die Stadt an.

Das Schöne ist ja: Wenn zwei Menschen das Gleiche machen, kommen dabei ganz unterschiedliche Sachen heraus. So ist es auch bei den Düsseldorf Ausmalbüchern von Maren Forsthoff (25) und Joachim Stallecker (55). Die junge Grafik-Designerin hat ein Ausmalbuch zum Entspannen herausgebracht: "Erwecke Düsseldorf zum Leben, indem du deine Stadt mit Farben füllst. Begib dich auf die Reise", schreibt Forsthoff im Buch vorweg. So haben ihre Zeichnungen oft etwas Träumerisches oder Idyllisches.

"Ich habe nicht naturgetreu gezeichnet, sondern eher etwas naiv", sagt sie. Sehr deutlich wird das, wenn die Rheinkniebrücke aussieht, als sei sie in den Rhein gefallen. Die Bilder erinnern an die Wimmelbücher, bloß dass es hier viel ruhiger zugeht. Bis auf eine Ausnahme sind die Zeichnungen frei von Menschen. Wie soll man sonst auch in einer Großstadt entspannen? Für das Buch ist sie zu einzelnen Orten gefahren und hat Fotografien gemacht. Häufig hat sie Orte ausgewählt, die ihr selbst vertraut sind wie der Unterbacher See, an dessen Ufer ihre Joggingstrecke verläuft oder der Bürgerpark in Flingern, in dessen Nähe sie lebt. Aber für das Buch hat sie auch neue Stadtteile wiederentdeckt, wie Kaiserswerth.

 Grafik-Designerin Maren Forsthoff zeigt ihr Düsseldorfer Ausmalbuch.
Grafik-Designerin Maren Forsthoff zeigt ihr Düsseldorfer Ausmalbuch. Foto: hans-jürgen bauer
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Auf die Idee, ein Ausmalbuch zu schaffen, ist sie während eines Praktikums in einer Werbeagentur gekommen. Dort sollte sie ein Ausmalbild von der Agentur zeichnen. Auf den Geschmack gekommen, beschloss sie für ihre Bachelor-Arbeit ein Ausmalbuch von Düsseldorf zu machen. In einer Internet-Druckerei hat sie weitere Exemplare herstellen lassen und sie schon auf Weihnachtsmärkten verkauft. Überwiegend Frauen kaufen das Buch, so ihre Erfahrung. Einen Online-Shop hat sie ebenfalls dafür eingerichtet.

Um die Herstellung und den Verkauf musste sich Joachim Stallecker bei seinem Buch nicht kümmern. Es erscheint im Düsseldorfer Grupello-Verlag, für den Stallecker bereits einige Spiele kreiert und Bücher verfasst hat. Mit der Idee zu einem Ausmal-Buch kam Grupello-Verleger Bruno Kehrein auf ihn zu. "Wenn ich etwas mache, lautet mein erstes Gesetz: Ich darf mich nicht langweilen, sonst tun die anderen es auch", sagt Stallecker, der an der Kunstakademie studiert hat. Zwar gibt es einige gefällige Bilder im Buch, wie beispielsweise von der Rheinuferpromenade. "Ich dachte, ich fange erstmal harmlos an", sagt Stallecker. Aber er hat auch Spaß am Spielerischen, assoziiert und fantasiert hier und da immer etwas dazu. Beim Porträt von Joseph Beuys ist der Künstler von Bleistiften umringt, aus denen Eichenlaub rankt, das die ganze Seite füllt. Wie überhaupt viele Bilder etwas Überbordendes haben. Die Ratinger Straße ist ein Treff von Tieren: Einhorn, Eule und das Füchschen schlecken den Schaum von einem großen Humpen Bier ab.

 Ein Motiv aus dem Buch "Düsseldorf zum Ausmalen" zeigt einen Auszug aus Heinrich Heines Nachtgedanken.
Ein Motiv aus dem Buch "Düsseldorf zum Ausmalen" zeigt einen Auszug aus Heinrich Heines Nachtgedanken. Foto: Grupello-Verlag

Für Düsseldorf ist auch das Thema Verkehr wichtig, findet Stallecker. Auf seiner Straße fahren die Menschen mit Dreirädern, auf den Verkehrsschildern findet sich das lachende D: und unten drunter findet sich die Zeile aus einem Lied von Kraftwerk: "Fahr'n, fahr'n auf der Autobahn". Insider haben ihre Freude daran. Für alle anderen überlegt Stallecker bei der nächsten Auflage einen kurzen erklärenden Teil nachzuschieben.

(RP)