1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Zertifizierer unterzieht 70.000 Unternehmen einem Test

Initiative aus Düsseldorf : 70.000 Unternehmen im Test

3.Works aus Düsseldorf hat es zum Geschäftsmodell gemacht, Betriebe deutschlandweit zu bewerten. Das soll Bewerbern eine Orientierungshilfe bei der Auswahl ihres künftigen Arbeitgebers verschaffen.

Unternehmen haben es immer schwerer, neue Mitarbeiter zu finden. Alleine in Düsseldorf waren nach Angaben der Agentur für Arbeit im April 6341 Arbeitsstellen und rund 2000 Ausbildungsstellen in Betrieben unbesetzt. Die Firmen stehen untereinander in einem harten Wettbewerb um Talente. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent ist man in der Landeshauptstadt schon fast bei Vollbeschäftigung angelangt. Arbeitssuchende können sich deswegen heute relativ leicht einen Arbeitgeber heraussuchen. Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Arbeitgebers will ein Unternehmen aus Düsseldorf geben. Die 2017 gegründete 3.Works GmbH, mit Sitz in der Charlottenstraße, bewertet insgesamt 70.000 Betriebe aus ganz Deutschland.

Einmal im Jahr vergibt 3.Works den Leading Employers Award an 700 Unternehmen aus der gesamten Bundesrepublik. Damit werden Betriebe ausgezeichnet, die sich als Arbeitgeber ganz besonders positiv hervortun. „Das Interessante ist, dass bei den besten 700 Unternehmen eben nicht nur die großen Namen wie Puma, Porsche oder Google auftauchen, sondern auch sehr viele mittelständische Betriebe“, erklärt Dennis Utter, Vorsitzender des Beirats von 3.Works, das künftig unter dem Namen Institute of Research and Data Aggregation firmieren wird. „Unser großes Ziel ist es, dass Bewerber, wenn sie bei einem Arbeitgeber das Logo von Leading Employer sehen, es für sie ein positives Kriterium für eine Bewerbung darstellt.“ Da es angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt für viele Unternehmen schwierig ist, geeignete Mitarbeiter zu finden, müssten die Betriebe heute größere Anstrengungen unternehmen als in der Vergangenheit. „Die Bewerber sind sich oft noch gar nicht bewusst, wie stark ihre Verhandlungsposition eigentlich ist“, so Utter weiter.

  • Gericht : Mitarbeiter von Wettbüro verspielte Geld von Arbeitgeber
  • Zur Berichterstattung über „Fashion Design Institut“ : Gegendarstellung
  • Thomas Geisel auf der Nordstraße. Er
    Neun Monate nach Amtsende : Düsseldorfs Ex-Oberbürgermeister Geisel hat einen neuen Job
  • Die Impfung der Zwölf- bis 17-Jährigen
    Corona in Düsseldorf : Schon überraschend viele Zwölf- bis 17-Jährige geimpft
  • Flure sind nur notdürftig beleuchtet, Betreuung
    Flut ließ Keller voll laufen : Senioren in Leverkusener Altenheim müssen seit drei Wochen ohne Strom leben
  • Theater unter Corona-Bedingungen auf der Open-Air-Bühne
    Kulturstätten in der Region : Veranstalter in NRW schauen wieder auf Inzidenzwerte

Doch bei 3.Works beschränkt man sich nicht nur darauf, die Unternehmen auszuzeichnen. „Alle 700 Betriebe bekommen einen ausführlichen Bericht zugeschickt“, so Utter weiter. Aus diesem ginge nicht nur hervor, was dort gut läuft, sondern auch, was verbesserungswürdig ist. „Das können Unternehmen dann nutzen, um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Die Durchführung der Untersuchung ist für die Betriebe kostenlos. Wollen sie allerdings mit dem Logo der Auszeichnung „Leading Employers“ werben und den Bericht erhalten, müssen sie dafür bezahlen. „Meine Vision ist, dass wir den Bericht nicht nur an die 700 Unternehmen herausgeben, so wie das aktuell der Fall ist“, so Utter weiter, „sondern an alle 70.000 Betriebe, die wir scannen, für einen vergleichsweise geringen Betrag. Denn unser Ziel ist es, dass Firmen verstehen, wie sie attraktiver für Mitarbeiter werden können.“ Insgesamt fünf Millionen frei verfügbare Daten aus 200 internationalen Basisquellen wertet 3.Works für seine Untersuchung aus. Durch verschiedene Filter sucht sie die besten 7000 von den insgesamt 70.000 Unternehmen heraus. Diese zehn Prozent werden dann weiter gefiltert, bis die besten 700, also ein Prozent aller gescannten Betriebe, feststehen. „Im Gegensatz zu anderen Zertifizierern, die sich auf Befragungen von Geschäftsführern oder Mitarbeitern verlassen, gucken wir auf viel breiter gestreute Quellen“, erklärt Dennis Utter. „Der Mix an Quellen macht die Qualität unserer Ergebnisse aus.“

Um die große Menge an Daten zu bewältigen, setzt man bei 3.Works auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. „Transparenz ist uns bei unserer Arbeit sehr wichtig“, so Utter, „deswegen legen wir unsere Basisquellen offen. Das ist zwar für uns ein Risiko, weil unsere Methode von der Konkurrenz kopiert werden könnte, aber wir wollen einfach transparent sein.“

Insgesamt arbeiten bei 3.Works GmbH 20 Mitarbeiter, davon sieben in Festanstellung, sowie der vierköpfige Beirat.