Düsseldorf: Zehn-Punkte-Plan - so soll die Stadt sauberer werden

Zehn-Punkte-Plan : Wie Düsseldorf sauberer werden soll

Die Stadtsauberkeit ist seit Jahren ein Ärgernis in Düsseldorf. Vor allem Müll rund um Papiercontainer ärgert die Bürger. Ein Zehn-Punkte-Plan soll Abhilfe schaffen. Für Düsseldorfer Haushalte gibt es seit diesem Jahr eine neue Pflicht.

Düsseldorf soll sauberer werden. Das haben die Stadtspitze um Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und das Reinigungsunternehmen Awista bei einem gemeinsam Pressetermin am Mittwoch angekündigt. Ein Zehn-Punkte-Plan soll auf die häufigsten Beschwerden der Bürger eingehen – und den internen Streit beilegen. Die wichtigsten Antworten:

Was ist der bedeutendste Punkt?

Die Entsorgung von Altpapier und die Verschmutzungen rund um Container im Straßenraum. Sechs der zehn Punkte des Plans befassen sich mit Aspekten dieses Themas. Die Awista verpflichtet sich, die Leerung neu zu organisieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Unternehmen insgesamt mehr tut:

Besonders viel genutzte Standorte sollen häufiger, andere dafür seltener geleert werden. Man strebe eine flexible Lösung an und „nicht nur Dienst nach Vorschrift“, sagte Geisel. Die Awista erhält für diese Leistung nicht mehr Geld.

Neu ist, dass oft ein zweiter Mitarbeiter mitfahren soll, der neben die Container gelegte Verpackungen zerkleinert. Darüber hinaus sollen ehrenamtliche „Containerpaten“ an den 50 problematischsten Standorten Nachbarn ansprechen und kleinere Säuberungen erledigen.

Die Awista fährt diese Problemstandorte – die bewusst nicht veröffentlicht werden – auch häufiger ab und meldet Hinweise auf mögliche Verursacher der Stadt. Eine weitere neue Idee: Mehr Papierkörbe neben Unterflur-Containern sollen dazu führen, dass Bürger etwa Tüten oder Deckel nicht neben die Container legen.

Ist das Papiercontainer-Problem damit dauerhaft gelöst?

Nein. Das Aufkommen an Altpapier ist erheblich gestiegen, vor allem durch den Internet-Handel. Das gesamte System steht damit vor Veränderungen. In Düsseldorf ist als Folge seit diesem Jahr eine blaue Tonne für Altpapier in Privathaushalten vorgeschrieben, falls nicht nachgewiesen werden kann, dass der Platz fehlt. Aktuell werden Eigentümer angeschrieben. Das soll die Container im öffentlichen Raum entlasten.

In den nächsten Jahren sollen zudem 30 Standorte unter die Erde verlegt werden. Das kostet jeweils 120.000 Euro. Darüber hinaus verhandeln die Kommunen derzeit mit den Trägern der Dualen Systeme über höhere Zuschüsse. Das könnte neue Spielräume für die Reinigung eröffnen, ohne dass die Gebühren steigen.

Was sind weitere Initiativen?

Die Zahl der Papierkörbe am Rheinufer, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind, wird auf 200 weiter erhöht. „Promotion-Teams“ sollen die Bürger an warmen Tagen für die Müllentsorgung sensibilisieren.

Die Awista will Leerung und Reinigung abhängig vom Wetter organisieren. Es hatte nach warmen Wochenenden wiederholt Kritik am Zustand der Rheinwiesen gegeben. Darüber hinaus werden die Einsatzzeiten des Teams ausgeweitet, das auf Bürgerbeschwerden durch die neue App reagiert. Auch gegen den Wildwuchs will die Awista „bedarfsgerecht“ vorgehen.

Steigen durch den Zehn-Punkte-Plan die Gebühren?

Die zuständige Dezernentin Helga Stulgies geht nicht davon aus. Die Gebühren für das kommende Jahr werden im Herbst ermittelt.

Warum ist das Verhältnis zwischen Rathaus und Stadtreinigung so schwierig?

Die Awista ist ein Privatunternehmen. Es gehört mehrheitlich den Stadtwerken, die ebenfalls in der Mehrheit privatisiert worden sind. Daher ist der Zugriff des Rathauses erheblich geringer als zu reinen Stadttöchtern wie etwa der Rheinbahn. Geisel hatte der Awista kürzlich vorgeworfen, zu wenig zu leisten.

Der nun vorgelegte Plan ist die Folge vieler Gespräche. Wie es heißt, habe sich die Awista nun deutlich bewegt, ohne dass die Belastungen für die Bürger durch die Gebühren steigen.

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