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Düsseldorf: Zamek meldet Insolvenz an

Nahrungsmittel-Hersteller in Düsseldorf : Zamek meldet Insolvenz an - Betrieb geht weiter

Der Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Adhoc-Meldung mit. Das Amtsgericht der Landeshauptstadt nahm den Insolvenzantrag an, der Betrieb soll weiterlaufen.

Zamek produziert mit rund 600 Beschäftigten in Düsseldorf und Dresden unter anderem Würzmischungen für die verarbeitende Industrie und beliefert Kantinen. Beantragt worden sei ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, hieß es. Das Unternehmen bleibe während des Verfahrens voll handlungsfähig.

Das Düsseldorfer Amtsgericht habe den Insolvenzantrag angenommen, teilte die auf Konkursverfahren spezialisierte Düsseldorfer Anwaltskanzlei Metzeler von der Fecht am Abend mit. Zwei Sanierungsexperten der Kanzlei sowie zwei weitere Anwälte betreuten die verschiedenen Gesellschaften des Unternehmens als sogenannte vorläufige Sachwalter. Die Kunden würden unverändert beliefert, die Geschäfte liefen weiter, betonte die Kanzlei. Die Mitarbeiter erhielten statt des üblichen Gehalts Insolvenzgeld.

Erst Anfang Januar war überraschend Petra Zamek aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Nähere Gründe für den Wechsel an der Unternehmensspitze nannte die Firma nicht. Petra Zamek ist Ehefrau von Bernhard Zamek. Der Enkel des Firmengründers — der den gleichen Namen trug — ist heute Beiratsvorsitzender und Mehrheitsgesellschafter der Unternehmensgruppe.

In den vergangenen zwei Jahren erlebte der traditionsreiche Düsseldorfer Suppenhersteller teilweise turbulente Zeiten. Für großes mediales Aufsehen sorgte der Kampf der Belegschaft um einen Haustarifvertrag für den Zamek-Standort Düsseldorf. Im Sommer 2012 konnten die Belegschaft, geführt von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten, und die Geschäftsführung nicht zu einer Einigung kommen.

Im Geschäftsbericht 2012/2013 sah sich Zamek noch trotz Verlust auf gutem Weg: Die Umsatzerlöse gingen auf 73, 72 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 80,23 Mio.). Mit 10, 65 Mio. Euro war auch das Konzernperiodenergebnis deutlich negativ (Vorjahr nach IFRS: 7,84 Mio. Euro, schrieb Zamek. Als Gründe für den Umsatzrückgang nannte das Unternehmen die Folgen des Streiks, der nachhaltig die Lieferfähigkeit beeinträchtigt habe, so das Unternehmen.

Zudem habe man bewusst auf wenig rentable Umsätze verzichtet und das Produktangebot von mehr als 1000 auf knapp 500 Artikel gestrafft, hieß es damals. Doch auch im Jahr davor hatte das Unternehmen schon rote Zahlen geschrieben.

Mehrheitsgesellschafter Bernhard Zamek hatte deshalb bereits im Oktober 2013 "drastische Einsparmaßnahmen" und den Abbau von weiteren 85 Stellen angekündigt. Außerdem wollte das Unternehmen ein Teil der Produktion nach Polen verlagern, um Kosten einzusparen. An der Spitze sollte der Sanierungsexperte Reiner Wenz für frischen Wind sorgen. Er ersetzte im Februar Geschäftsführerin Petra Zamek. Doch gelang es ihm offenbar nicht mehr schnell genug, das Steuer herumzureißen.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist die Zamek-Gruppe

(dpa)