Kultur in Düsseldorf Fünf Premieren in der Jungen Filmwerkstatt

Düsseldorf · Nachwuchsfilmer zeigen am 24. Februar ihre Arbeiten an der Birkenstraße. Die Ausschreibung für den „Young Film Lab“ 2024 läuft.

Ein Blick hinter die Kulissen von „Scheisse ich“ in Gerdy Zints Wohnzimmer in Berlin-Neukölln

Ein Blick hinter die Kulissen von „Scheisse ich“ in Gerdy Zints Wohnzimmer in Berlin-Neukölln

Foto: Josephine Lensing/Giulia Fischer

Wie verbringt ein Schauspieler seinen Tag? Das wollten Josephine Lensing und Giulia Fischer für ihr Filmprojekt bei der Jungen Filmwerkstatt Düsseldorf dokumentieren. „Ich interessierte mich für deutsche Filme und bin auf Gerdy Zint gestoßen“, erzählt Giulia. Sie ist 24 und lernte bei einer Produktionsfirma in Köln die Praktikantin Josephine (20) kennen. Sie bewarben sich beim „Young Film Lab“, einer Projektförderung für angehende Filmemacher, und schrieben dem Schauspieler Gerdy Zint eine Nachricht. Er antwortete prompt.

Das Regie-Duo fuhr nach Berlin, wo Zint in einem der letzten besetzten Häuser in Berlin-Neukölln lebt. Gedreht wurde an einem Wochenende, an dem Gerdy Zint zum letzten Mal als Dachdecker arbeiten wollte, weil der Job ihn kaputt mache. Mit 40 Minuten ist der Dokumentarfilm „Scheiße, ich“ der längste Film, der am 24. Februar in der Filmwerkstatt gezeigt wird. Und für die beiden Nachwuchsfilmerinnen steht schon jetzt fest, dass sie Film und Regie zu ihrem Beruf machen möchten.

Den Schritt von der Jungen Filmwerkstatt in die Schauspielerei ist Sophie Szymkowiak bereits gegangen. Die 22-jährige Kindergärtnerin beginnt im Februar eine Schauspielausbildung. „Für diese Entscheidung war die Arbeit in der Jungen Filmwerkstatt ein wichtiger Mosaikstein.“ Sie sah die Ausschreibung für das „Young Film Lab“ im letzten Jahr und hatte direkt eine Idee im Kopf. Herausgekommen ist ein Kammerspiel, knapp zwölf Minuten lang. Die Handlung: Der Familienrat beruft eine Stammtischsitzung ein, weil das Familienoberhaupt verstorben ist. „Es geht um das Erbe und um die Frage, was mit der Tradition geschieht“, so Szymkowiak.

„Endlevel Bruder“: So haben Tomasz Kumiega und Giordano Winklhofer ihren Coming-of-Age-Kurzfilm genannt. Der 21-jährige Kumiega stammt aus Düsseldorf und studiert Motion Pictures. „Giordano und ich wollten eine Geschichte erzählen, die von unserer Jugend und unseren gemeinsamen Erlebnissen inspiriert ist.“ Gedreht wurde in Düsseldorf in der U-Bahn, auf dem Dach der Kunstakademie und auf der Straße. Ein spezialisierter Mentor unterstützte die beiden bei der dramaturgischen Konzeption ihres Films. „Wir stellen nicht nur das technische Equipment und ein Produktionsbudget zur Verfügung, sondern auch unser Know-how und unser Netzwerk“, erklärt Nils Kemmerling, der Leiter der Jungen Filmwerkstatt.

Wer sich ein Leben vor oder hinter der Kamera vorstellen kann, ist zum Filmabend mit Musik und Netzwerken am Samstag, 24. Februar, eingeladen, bei dem insgesamt fünf Filme gezeigt werden, darunter auch die Arbeiten von Polina Grigorovskaya und Elias Krebs. „Die Bewerbungsfrist für das Young Film Lab 2024 läuft noch bis zum 28. April“, erklärt Kemmerling und hofft, dass bis dahin auch die Finanzierung steht.

Unter www.youngfilmlab.de finden sich alle Infos – auch wie man sich für das „Young Film Lab“ 2024 bewerben kann. Mitmachen können Schüler, Auszubildende sowie Studierende (von 16 bis 26 Jahren), die nicht Kunst oder Film im Hauptstudium studieren. Bewerbungsschluss ist der 28. April.

Am 24. Februar ab 20 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr) werden dann alle fünf „Young Film Lab“-Produktionen aus dem Jahr 2023 im Kino der Filmwerkstatt gezeigt. Anschließend gibt es ein DJ-Set und Zeit zum Netzwerken. Ort der Veranstaltung: Birkenstraße 47 (Hinterhof). Der Eintritt ist frei.

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