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Düsseldorf: Wo die Stadtführer am liebsten sind

Weltgästeführertag 2020 in Düsseldorf : Wo die Stadtführer am liebsten sind

Zum Weltgästeführertag gibt es am Sonntag spannende Rundgänge, die nicht nur für Düsseldorf-Besucher interessant sein dürften.

Es ist ein kleiner, aber feiner Verein mit jeder Menge Kompetenz und Wissensdurst. Gerade einmal 18 Mitglieder hat der Verein Düsseldorfer Stadtführer (VDS), aber pro Jahr bieten die Mitglieder deutlich mehr als 100 Führungen zu den unterschiedlichsten Themengebieten an.

1997 wurde der Verein gegründet, am 200. Geburtstag von Heinrich Heine aus der Taufe gehoben. Ihm gehören Experten für Kunst und Geschichte, Architekten, Pädagogen, Sprach- und Wirtschaftswissenschaftler an. Damit wird eine breite Palette an Fachwissen angeboten und vermittelt. Touren von der Stange sind nicht nach dem Geschmack der Gästeführer. Was sie eint: Sie alle lieben Düsseldorf und möchten möglichst vielen Menschen die Schönheit der Landeshauptstadt nahebringen.

Besonders vielfältig ist das Angebot zum Weltgästeführertag, den die Düsseldorfer Abteilung des Weltverbandes an diesem Sonntag begeht. „Eigentlich ist der 21. Februar offiziell der Weltgästeführertag, aber das ist mitten in der Woche. Da dürfte die Resonanz nicht allzu groß sein“, erläutert Antje Kahnt. Sie ist Vorsitzende des VDS und bietet am Sonntag ab 13.30 Uhr „Kloster, Kunst und Koks – die Geschichte der Kreuzherrenkirche (Kreuzherrenecke, Altestadt 14) an. „Ich beginne ganz bewusst an der Kneipe. Die ist ja auch nach der Kirche benannt, aber die Kirche nehmen die meisten gar nicht wahr. Dabei hat sie eine faszinierende und abwechslungsreiche Geschichte. Sie war unter anderem Militäranlage der Preußen, Depot von Russen, Finanzamt und ist seit 1990 wieder offiziell geweiht und Schulkirche“, berichtet Kahnt und gibt einen winzigen Einblick in das, was man bei ihrer einstündigen Führung alles erfahren kann.

Die insgesamt acht Spezialführungen gehen zu den Lieblingsorten von acht Stadtführern. „Der Weltverband hat als Oberthema dieses Mal den Begriff ‚Lieblingsorte’ gewählt“, sagt Kahnt. „Zuerst fanden wir das eher langweilig, weil jeder unserer Stadtführer gleich mehrere Lieblingsorte in Düsseldorf hat. Aber dann wurde es spannend, denn jeder musste für sich die Frage beantworten, welche Lieblingsorte nehmen wir denn in die Führungen auf.“

So entschied sich Brigitte Rey-Brögger für „Herz der Altstadt – die Bolkerstraße“ (Treffpunkt 14 Uhr Marktplatz, Jan-Wellem-Denkmal). „Ich bin Französin und wohne seit 30 Jahren in Düsseldorf. Die Bolkerstraße mag ich seitdem ich hierhin gezogen bin“, verrät Rey-Brögger. „Sie hat viele verschiedene Gesichter. Morgens herrscht Lieferverkehr vor, abends ist das Volk zum Biertrinken unterwegs. Deshalb ist die Straße in Verruf geraten, aber die Leute wollen doch eigentlich nur Spaß haben. Die Bolkerstraße ist nicht nur Bier, sondern hat eine lange und bunte Geschichte und war immer schon mitten im Leben.“ So sind einst französische Offiziere und Kosaken über die Bolkerstraße nach Düsseldorf eingezogen.

Ute Pannes wird Sinn, Zweck und die Kunst in Düsseldorfs zentraler grüner Lunge erklären. „Was für ein Spektakel – Erkundungen im Hofgarten“ (12 Uhr Eingang Oper, Heinrich-Heine-Allee 16a) heißt ihr Rundgang. „Der Hofgarten ist seit jeher Garten und Bühne der Düsseldorfer Gesellschaft. Bereits 1585, als es den Hofgarten noch gar nicht gab, fand dort auf einem Hügel das erste deutsche Singspiel statt“, sagt Pannes. „Wir werden uns mit der Kultur, mit den Skulpturen im Hofgarten befassen. Und für ganz neue Einblicke ist es gut, wenn man einen Taschenspiegel mitbringt.“

Die weiteren Führungen zu den Schokoladenseiten der Landeshauptstadt:
Sterne, Kunst und Leibesübungen: der Ehrenhof – mit Peter Jäger (Treff: 10.30 Uhr, Haupteingang Tonhalle, Ehrenhof 1)
Idyllisches Kleinod: die Zitadelle – mit Jörg Allenstein (11 Uhr, Eingang Maxhaus, Schulstraße 11)
Ohaiyou Gozaimasu: Guten Morgen in Little Tokio – mit Anja Kühner (11.30 Uhr, Eingang Nikko Hotel, Immermannstraße 41)
Kunst in der Stadt: die Säulenheiligen – mit Georg Reinders (14.30 Uhr, Eingang Maxhaus, Schulstraße 11)
Vom Glanz vergangener Zeiten:  der Nordfriedhof – mit Daniela Pusch (15 Uhr Haupteingang, Am Nordfriedhof 1)