Düsseldorf-Wittlaer: Mädchen stirbt nach Unfall - Anwohner fordern Ende des Durchgangsverkehrs

Neunjährige in Düsseldorf-Wittlaer überfahren: Anwohner fordern Ende des Durchgangsverkehrs

In Düsseldorf-Wittlaer ist am Dienstagmorgen eine Neunjährige von einem Auto angefahren worden. Am Nachmittag starb das Kind in einem Krankenhaus. Anwohner beklagen zu viel Autoverkehr auf der schmalen Anliegerstraße.

Bis zum Nachmittag war Hoffnung. Dann kam die Nachricht aus der Duisburger Unfallklinik: In der vierten Klasse der Franz-Vaahsen-Grundschule wird ein Platz für immer leer bleiben. Die Neunjährige, die am frühen Morgen auf dem Weg zur Schule von einem Kleinwagen erfasst wurde, ist ihren Verletzungen erlegen.

Wie genau es zu dem tragischen Zusammenstoß wenige hundert Meter vom Schulhaus entfernt kommen konnte, das versucht das Unfallaufnahmeteam der Polizei zu rekonstruieren. Sie hat den Wagen sichergestellt, mit dem eine Düsseldorferin das Kind auf seinem Fahrrad erfasst hatte. "Um keine Spuren zu zerstören, wurde das Fahrzeug nicht abgeschleppt, sondern mit einem Kran auf einen Transporter geladen", sagt Polizeisprecher André Hartwich. Auch das Kinderfahrrad wird von den Spezialisten untersucht.

Mädchen wurde überrollt

Nach bisherigen Erkenntnissen war das Mädchen kurz nach halb acht auf der Straße "Am Krausen Baum" unterwegs, die hinter der Kreuzung mit der Kalkstraße Postenweg heißt; ein durch Schilder verkehrsberuhigtes Wohnviertel, kleine Straßen, Tempo 30, und nur für Anlieger frei. Als die Neunjährige auf die Kreuzung fährt, kommt von rechts der Wagen aus Richtung B8. Der Wagen erfasst das Mädchen, das auf die Fahrbahn stürzt und von dem Auto überrollt wird. Der Fahrradhelm nützt da wenig.

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Der Wagen schleift das Mädchen noch ein Stück weit mit, bevor die Fahrerin ihn zum Stehen bringt. Anwohner, von einem dumpfen Schlag alarmiert, leisten Erste Hilfe. Sie sind es auch, die die geschockte Autofahrerin bitten, ihr Auto von der Unfallstelle weg zu fahren, um die Retter nicht zu behindern.

Autofahrerin unter Schock

Mit der Feuerwehr trifft wenig später der Notarzt ein. Er fordert sofort den Hubschrauber nach, um das lebensgefährlich verletzte Mädchen in die Unfallklinik nach Buchholz bringen zu lassen. Und er fordert Notfallseelsorger an. Denn der Unfall hat sich schnell herumgesprochen. Die Mutter des verletzten Kindes ist panisch herbeigeeilt, der Leiter der Grundschule und die Klassenlehrerin des Mädchens stehen an der Unfallstelle. Sie brauchen Betreuung, ebenso wie die Autofahrerin, die das Unglück nicht fassen kann. Auch sie wird schließlich mit einem schweren Schock in ein Krankenhaus gebracht.

Hartmut Reitemeyer steht wenige Stunden später mit einem Klemmbrett an der Unfallstelle. "Jetzt ist passiert", sagt er erschüttert, "wovor wir Anwohner immer gewarnt haben." Er sammelt Unterschriften, um den Durchgangsverkehr, der die Kalkstraße als Abkürzung von der B8 zur Bockumer Sraße nutzt, zu stoppen. Nicht nur, dass die Fahrer verbotswidrig durchs Wohngebiet und über den Schulweg fahren: Oft seien sie auch zu schnell. Reitemeyer fordert eine Einbahnregelung. 40 Nachbarn haben schon unterschrieben. Auch Cornelia Hamblock, die ihr Kind lieber entlang der befahreneren Bockumer Straße zur Schule gehen lässt. "Mir ist die Kalkstraße zu gefährlich."

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(sg)