Düsseldorf: Wirtschaftsprüfer von Warth & Klein Grant Thornton machen sich zukunftsfest

Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft : Warth Klein Grant & Thornton stellt sich für die Zukunft auf

Seit 1. Oktober ist Michael Häger Vorstandschef bei Warth Klein Grant & Thornton. Seine Branche ist in einem umfassenden Wandel. Seine Gesellschaft reagiert darauf mit einer komplett neuen Führungsstruktur.

Michael Häger mag seinen Arbeitsplatz. Mit offensichtlicher Freude weist er die Besucherin auf die Fassade des „Clara & Robert“ in Derendorf hin – und wartet geduldig, bis die Erkenntnis dämmert. Ja, die Anordnung der vielen schmalen Fenster an der Fassade erinnert an eine Konzertflügel-Klaviatur; immerhin ist das Büro-Ensemble, für das das historische Saarhaus mit zwei Neubauten eingerahmt wurde, nach dem Komponisten-Ehepaar Schumann benannt. Seit 2015 ist es die Heimat der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton (WKGT). Häger ist seit zwei Wochen ihr Vorstandsvorsitzender – und soll das Unternehmen in einer Phase des Wandels auf Wachstumskurs halten.

Im laufenden Geschäftsjahr will WKGT einen Umsatz von deutlich mehr als 130 Millionen Euro erreichen (nach 105 im Vorjahr). „Wir denken, dass wir mittelfristig – bis 2025 – eine Verdoppelung anstreben müssen, wenn wir unsere relative Marktposition halten wollen“, sagt der neue Chef: „Schließlich stellen sich auch unsere Wettbewerber neu auf.“

Rund 1300 Mitarbeiter arbeiten an zehn Standorten für die Gesellschaft, die zu den zehn größten Deutschlands gehört. Düsseldorf als Keimzelle ist nach wie vor der größte Standort: Mehr als 500 Angestellte sind hier tätig. „Wir fühlen uns tief verwurzelt am Standort, und es ist uns wichtig, uns bei kulturellen und gesellschaftlichen Themen hier einzubringen“, sagt Häger. Die Wirtschaftsprüfer haben auch eine Reihe Kunden in der Region, die Ratinger DKV Euro Services gehört dazu, ebenso das Duisburger Metallunternehmen Grillo.

Der Wandel bei Warth & Klein Grant Thornton hatte mit einem Schock begonnen. Lange hatte das 1958 als Warth & Klein GmbH gegründete Unternehmen einen starken Familienbezug gehabt, bis 2016 der damalige Vorstandschef Klaus Günter Klein – Sohn des Mitgründers Günter Klein – überraschend verstarb. „Das war eine große Erschütterung für uns; plötzlich fehlte eine wichtige Schnittstelle im Unternehmen“, sagt Häger: „Danach haben wir bewusst die komplette Führungsstruktur neu aufgesetzt.“ WKGT ist partnergeführt, die Anteile werden heute komplett von 60 Equity-Partnern gehalten. „Die Entscheidungen wurden lange von einem kleinen Kreis von Personen getroffen, das hat sich nun geändert“, sagt Häger.

Er folgte am 1. Oktober auf den in den Ruhestand getretenen Joachim Riese und wird vor allem die Bereiche strategische Unternehmensentwicklung und Finanzen verantworten. Er steht damit an der Spitze einer neuen Führungsstruktur, die die Wachstumsstrategie des Unternehmens abbilden soll. Gernot Hebestreit wird Vorstand für den Bereich Clients & Markets, Frank Hülsberg leitet das neue Vorstandsressort Technologie. Heidemarie Wagner, nach der Fusion mit Trinavis seit 1. März Vorstandsmitglied, führt das Ressort Integration (Die Strategie der Gesellschaft sieht weitere Zusammenschlüsse und Kooperationen vor). Und Heike Wieland-Blöse ist Vorstand Human Resources – ein zentrales Thema für WKGT. „Wir produzieren nichts, bei uns steht allein der Mensch im Mittelpunkt“, sagt Häger: „Der Kampf um Talente ist enorm.“

Mit der neuen Struktur sieht Häger seine Gesellschaft dafür wie für andere Herausforderungen gut gewappnet: „Wenn es besonders schön war, wollte ich schon als Kind den Moment gerne einfrieren. Das wäre jetzt so: Wir sind gut aufgestellt und haben ein großes Wachstum vor uns“, sagt Häger. Und schränkt gleich wieder ein: „Natürlich ist es aber so, dass wir uns weiter verändern werden – das erfordert die Welt von heute.“ Da ist beispielsweise die Digitalisierung, die dafür sorgt, dass die Wirtschaftsprüfer von heute kaum noch Belege sichten müssen, schon gar nicht haufenweise. Stattdessen müssen sie die Systeme des Kunden analysieren, ganz anders arbeiten. Häger sagt: „Was in anderen Branchen passiert, trifft uns mit gleicher Wucht. Und es stellt hohe Anforderungen an die Menschen, die für uns arbeiten.“

Mehr von RP ONLINE