Stadtplanung Düsseldorf wirbt auf der Immobilienmesse Mipim – Kritik von Wohnungsbündnis

Düsseldorf/Cannes · Oberbürgermeister Stephan Keller hält am Mittwoch auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes einen Vortrag über die aktuellen Immobilienprojekte in Düsseldorf. Die Stadt ist mit zahlreichen Partnern vertreten. Kritik kommt vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum.

 Düsseldorfs Stand bei der Mipim 2019

Düsseldorfs Stand bei der Mipim 2019

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/CADMAN

Die Stadt Düsseldorf präsentiert sich nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie in dieser Woche wieder bei der internationalen Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes. Am Mittwoch, dem zweiten Messetag, hält Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) vor Investoren und Entwicklern eine Präsentation unter dem Titel „Hands on. Düsseldorf" – was dafür stehen soll, dass in Düsseldorf die Dinge angepackt werden.

In dem Vortrag geht es darum, wie sich die Stadt weiter wandeln wird und welche Rolle die Immobilienwirtschaft dabei spielt. Zudem werden die Stadt und ihre Partner von Dienstag bis Freitag an dem 182 Quadratmeter großen Stand der Stadt präsent sein, um Gespräche rund um mögliche oder bereits beschlossene neue Projekte zu führen.

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Foto: LYGHT Sky Garden

Kritik gibt es bereits vorab vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum, das zu diesem Anlass auf die seit langem brachliegenden Flächen hinweist, auf denen die Projekte „Grand Central" oder „Glasmacherviertel" entstehen sollen. „Bei den Spekulationsbrachen in Düsseldorf ist nichts in Bewegung, außer der immer weiter steigenden Preise“, sagt Bündnis-Sprecher Helmut Schneider.

„Und da wo tatsächlich eifrig angepackt und umgesetzt wird, entsteht nicht das, was die Menschen dringend brauchen“, fügte er hinzu: „Statt Investoren in Cannes mit glänzenden Renditeaussichten in die Landeshauptstadt zu ködern, sollte die Stadt endlich ein Konzept entwickeln, wie der gravierende Mangel an bezahlbarem Wohnraum behoben werden soll.“ Das Bündnis hatte in einem umfassenden Positionspapier bereits unter anderem ein Vorkaufsrecht der Stadt sowie mehr Transparenz bei Hauseigentümern gefordert.

Tatsächlich hat die Stadt den Stillstand auf den Baugrundstücken selbst schon häufiger kritisiert. Die Ratsgremien haben neue Instrumente abgesegnet, mit denen solche Spekulationen künftig verhindert werden sollen. So wird etwa in Planinitiierungserklärungen die Formulierung eingebaut, dass die Vertragspartner auf frühzeitige Grundstücksteilverkäufe oder Verkäufe von Firmenanteilen verzichten.

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Foto: Stadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

Überdies hat die Vergangenheit gezeigt, dass man es auch umgekehrt nicht allen recht machen kann. So hatte Kellers Amtsvorgänger Thomas Geisel (SPD) bei seinem ersten Auftritt bei der Immobilienmesse Expo Real in München tatsächlich seinen Fokus auf den Wohnungsbau konzentriert und mehr preiswerten Wohnraum eingefordert. Damals gab es auch daran Kritik – Beobachter warfen ihm vor, er habe damit Interesse verspielt.