Düsseldorf will minderjährigen Flüchtlingen helfen

Schlimme Zuständen in griechischen Lagern : Düsseldorf will 100 Flüchtlinge aufnehmen

Die Situation in den Lagern bezeichnen die Wohlfahrtsverbände in der Stadt als „Schande für Europa“. Die Wohlfahrtsverbände wollen sich nun dafür einsetzen, dass bis zu 100 Flüchtlingen in die Landeshauptstadt kommen.

Der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Düsseldorf, Henric Peeters, ist empört. „Die Lage in den Flüchtlingslagern in Griechenland ist katastrophal und eine Schande für Europa“, erläutert Peeters. „Deutschland und Düsseldorf sind meines Wissens nach in Europa. Deshalb sind wir mitverantwortlich dafür, etwas zu ändern.“ Nicht nur Peeters und die Caritas, auch die anderen in der Liga Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbände – Arbeiterwohlfahrt (AWO), Der Paritätische, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie und Jüdische Gemeinde – wollen insbesondere minderjährigen Geflüchteten helfen.

Deshalb schlug die ehemalige Liga-Sprecherin Marion Warden (Geschäftsführerin AWO) Oberbürgermeister Thomas Geisel vor, aktiv zu werden. „Am Abend des 23. Dezember habe ich an die Liga-Mitglieder eine SMS geschickt“, sagt Warden. „Noch am selben Abend hatte ich von allen eine positive Antwort. Also sind die sechs Wohlfahrtsverbände bereit, sich um die Kinder zu kümmern, wenn die Stadt mitzieht.“ Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der UN sollen sich mehr als 5000 unbegleitete Kinder in den griechischen Lagern aufhalten.

Jetzt kam aus dem OB-Büro die Nachricht, dass die Stadt im Rahmen des Projektes „Seebrücke“ mitzieht. Die „Seebrücke“ hatte sich im Juli 2018 als internationale Bewegung gegründet und stellt sich gegen die Abschottungspolitik Europas. Sie leistet einen Beitrag, um Menschen ein sicheres Ankommen zu ermöglichen. In Deutschland haben sich bisher 120 Kommunen, darunter auch die Landeshauptstadt, der „Seebrücke“ angeschlossen. „Wenn diese Kommunen sich an die Bundesregierung wenden und ihre Bereitschaft erklären, jeweils ein Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen, kann die Regierung in Aktion treten. Deutschlandweit könnten wir 8000 Menschen aufnehmen“, erklärt Peeters. „Auf Düsseldorf ­heruntergerechnet, dürften 80 bis 100 Flüchtlinge, auch Mütter mit Kindern, in die Stadt kommen.“ Die „Liga“ will eben soziale Verantwortung auch über den Stadtrand Düsseldorf hinaus übernehmen.