Düsseldorf will fast 10.000 Gaslaternen erhalten

Neues Konzept nach Bürgerprotesten : Düsseldorf will fast 10.000 Gaslaternen erhalten

Ein neues Konzept sieht deutlich mehr Erhaltungsgebiete vor. Von Politik und Bürgerinitiativen gibt es Lob.

Düsseldorf wird wohl erheblich mehr Gaslaternen erhalten, als bisher vorgesehen war. Ein neuer Vorschlag der Verwaltung leht nahe, dass bis zu 9850 der 14.000 Leuchten bleiben könnten. Die Stadtverwaltung legte dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss das neue Konzept vor, das in Zusammenarbeit mit den Gaslicht-Initiativen erarbeitet worden war. Ein Ratsbeschluss von 2016 hatte von nur mindestens 4000 zu erhaltenden Leuchten gesprochen, ist aber auch wegen Bürgerprotesten verändert worden. Beschlüsse stehen noch aus.

Die Verwaltung hat den Gaslaternenbestand in der Stadt mithilfe von Experten prüfen und bewerten lassen. Das Ziel ist es, zusammenhängende Quartiere zu erhalten, die auch die technische Bandbreite der Gasbeleuchtung zeigen. Düsseldorf will darauf hinwirken, dass die Leuchten als Denkmal anerkannt werden. Düsseldorf verfügt über das größte erhaltene Netz in Deutschland. Die Kommunalpolitik erhofft sich finanzielle Förderung, das NRW-Heimatministerium hatte sich offen dafür gezeigt.

Die Sorge vor fehlenden Ersatzteilen ist offenbar erledigt, die abgebauten Laternen sollen als Ersatzteillager dienen. Auch die Umstellung im Gasnetz gilt inzwischen als umsetzbar und soll bis 2028 erledigt werden. Ein Nachteil des Erhalts sind die Kosten: Die Investitionen sind höher als bei der kompletten Umstellung auf elektrisch betriebene Leuchten, die Energiekosten liegen beim 4,5-fachen Wert im Vergleich zum Verzicht auf Gasbeleuchtung.

Aus der Politik gab es fast einhellig Lob für die Pläne. Iko Tönjes vom Verkehrsclub Deutschland gab aber zu bedenken, dass das Gaslicht weniger hell ist, was zum Beispiel für Senioren am Abend ein Problem darstellen kann. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke entgegnete, solche Sicherheitsüberlegungen seien in die Planung eingeflossen. Auch der Seniorenrat sei beteiligt worden.