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Düsseldorf: Wie sich die Stimmung bei den Unternehmen verändert

Wirtschaft in Düsseldorf : Wie sich die Stimmung bei den Unternehmen verändert

Die IHK-Umfrage zeigt, wie die Wirtschaft in Düsseldorf jetzt in die Zukunft blickt. Und es kristallisieren sich drei große Risikofaktoren für die Konjunktur heraus.

Die Unternehmen in der Region Düsseldorf und am Mittleren Niederrhein blicken wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie und Handelskammer (IHK) ergab jedoch auch, dass die Sorgen aufgrund von Fachkräftemangel sowie hohen Preisen für Energie und Rohstoffe so ausgeprägt wie lange nicht sind.

Rund 750 Betriebe mit 71.000 Mitarbeitern beteiligten sich laut IHK an der Ende September nach der Bundestagswahl durchgeführten Umfrage. Fazit von Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf: „Die Stimmung der Wirtschaft ist im Oktober 2021 so gut wie zuletzt vor drei Jahren.“ Damit ist also ein Niveau von vor der Coronakrise erreicht. Tatsächlich spielte die Pandemie in den Köpfen der Unternehmer laut Berghausen wohl kaum noch eine Rolle bei der Bewertung der wirtschaftlichen Aussichten.

Auf eine Zahl gebracht liegt der Index für das Geschäftsklima nun bei 24 Punkten. Der Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen 40 Prozent der Unternehmen in der Region, die eine gute, und 16 Prozent, die eine schlechte Lage mitteilen. Im Frühjahr waren es nur acht Punkte. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 17 Punkten. „Dank einer erhöhten Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen hat sich die Stimmung in allen Wirtschaftsbereichen verbessert“, sagt Berghausen.

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Vor dem Hintergrund des extremen Einbruchs in der Coronakrise sei der nun sehr gut aussehende Zahlenwert allerdings mit Vorsicht zu genießen. Insbesondere in von der Coronakrise stark getroffenen Branchen sei das Vorkrisenniveau längst nicht erreicht. Ein Beispiel: „Entsprechend melden nur 23 Prozent der Einzelhändler eine gute, immerhin noch 20 Prozent eine schlechte Lage“, erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

 IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen   FOTO: A. BRETZ
IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen FOTO: A. BRETZ Foto: Bretz, Andreas (abr)

Von Euphorie könne zudem auch deshalb nicht die Rede sein, weil Faktoren wie Rohstoff- und Energiepreise sowie der Fachkräftemangel die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt hemmen. Wie sehr diese Rahmenbedingungen die Stimmung drücken, zeigt sich vor allem in der verarbeitenden Industrie: Dort nennen die Betriebe alle drei Risiken so häufig wie nie zuvor in den vergangenen zehn Jahren, vor allem die Rohstoffpreise sorgen 80 Prozent von ihnen. Der Fachkräftemangel beschäftigt die Baubetriebe und Dienstleister am stärksten.

Insgesamt zwei Drittel der befragten Unternehmen sagen mittlerweile, dass sie Probleme haben, offene Stellen für Fachkräfte zu besetzen. Und während Berghausen hoffe, dass sich Energie- und Rohstoffpreise wieder normalisieren werden, sehe er beim Fachkräftemangel keine schnelle Lösung.

Unternehmen müssten stärker in Ausbildung und Rekrutierung investieren. Dabei müssten aufgrund der älter werdenden Gesellschaft langfristig auch mehr und mehr junge Fachkräfte aus dem Ausland gewonnen werden. Die gute Nachricht: Deutlich mehr Unternehmen wollen eher Personal einstellen als abbauen.