Düsseldorf: Wenig Interesse an kleinem Waffenschein

Anträge auf Kleinen Waffenschein : Die Düsseldorfer rüsten weiter ab

In NRW hat sich die Zahl der Inhaber des Kleinen Waffenscheins in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. In Düsseldorf dagegen geht der Trend zum legalen Mitführen von Schreckschusswaffen oder Reizgassprühgeräten deutlich zurück.

Voriges Jahr wurden 273 Anträge gestellt, in diesem Jahr lagen bis Ende Juli 185 Anträge in der waffenrechtlichen Abteilung des Polizeipräsidiums vor. 2015 waren es noch 1500 gewesen.

Der Rückgang begann mit der Verschärfung des Waffenrechts 2010. Allein am Vorabend von dessen Inkrafttreten waren 400 Schuss- und Stichwaffen abgegeben worden.

Noch immer werden solche Waffen abgegeben, nicht selten von Erben, die den gefährlichen Nachlass nicht bei sich haben wollen. 1237 waren es voriges Jahr, seit Januar wurden weitere 534 abgegeben. Dazu zählten Waffen, die im Zusammenhang mit Straftaten sichergestellt wurden.

Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein stieg nach den Silvesterübergriffen in Köln und Düsseldorf noch einmal sprunghaft an. Acht bis zehn Anträge gingen im Januar und Februar 2016 pro Tag ein.

Immer wieder warnte die Polizei, dass auch das erlaubte Tragen der Schreckschusswaffen nicht ungefährlich sei, und in den Schießzentren lehnte man Unterricht zu Selbstverteidigungszwecken ab. Gleichwohl gab es 2016 1622 Anträge. Im Jahr darauf war es nur noch ein Viertel.

Die Antragsflut von 2016 in Kombination mit einem Softwareausfall und personellen Engpässen führt bis heute zu langwierigen Genehmigungsverfahren. Auch wenn das an sich nicht aufwendig sei, müsse mit Bearbeitungszeiten von bis zu einem Jahr gerechnet werden.

Infos zum Waffenrecht gibt es unter 0211 870 1200, per mail an za12-waffen.duesseldorf@polizei.nrw.de, oder im provisorischem Präsidium, Haroldstraße 5, dienstags und donnerstags von 8.30 bis 11 und 13 bis 15 Uhr.

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