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Düsseldorf: Warnstreik an der Uniklinik mit 300 Teilnehmern

Warnstreik an Uniklinik Düsseldorf : „Zahlt doch mal für eure Pflege“

An der Uniklinik sind Pflegekräfte und andere Mitarbeiter dem landesweiten Aufruf der Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik gefolgt. Patientinnen und Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten und auf die Absage ihrer Termine einstellen.

Mitarbeiter der Düsseldorfer Uniklinik haben sich am Dienstag dem Warnstreik angeschlossen, zu dem die Gewerkschaft Verdi im Zuge des Tarifstreits aufgerufen hatte. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich mehr als 300 Mitarbeiter an der Arbeitsniederlegung, darunter Pflegekräfte, aber auch Beschäftigte in Bereichen wie Küche oder Technik.

Um kurz nach 8 Uhr versammelten sie sich vor dem Haupteingang des Krankenhauses an der Moorenstraße in Bilk. Sie hielten Transparente hoch, auf denen zum Beispiel „Zahlt doch mal für eure Pflege“ oder „Money in – Not out“ stand.

Viele Mitarbeiter würden sich über die „Verweigerungstaktik der Arbeitgeber ärgern“, darüber, dass sie noch immer kein Angebot vorlegten, sagte eine Verdi-Sprecherin. Es sei „skandalös“, dass man den Mitarbeitern, erst recht jetzt in der angespannten Corona-Pandemie, nicht mehr entgegenkomme. „Viele von uns sind schon lange am Limit“, sagte eine Pflegerin, „es muss sich jetzt endlich etwas tun.“

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um etwa fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen so „tabellenwirksam“ monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Ausbildungsvergütungen sollen laut Verdi wiederum um 100 Euro steigen.  

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Für die Behandlung von Notfallpatientinnen und -patienten hatten Uniklinik und Verdi eine Notdienstvereinbarung ausgehandelt. Patientinnen und Patienten müssen sich aber auf längere Wartezeiten einstellen, etwa in den Ambulanzen, und auf das Verschieben geplanter Behandlungen.

„In verschiedenen Stationen, sowohl im chirurgischen Bereich, als auch in der konservativen Medizin, streiken Beschäftigte“, sagte ein Uniklinik-Sprecher am Dienstagvormittag. Ganze Stationen seien aber nicht geschlossen. Die Bettenkapazität sei jedoch verringert, „weswegen wir auch schon im Vorfeld Behandlungstermine verschoben und die Patientinnen und Patienten informiert haben.“ Zurzeit könnten demnach nur 16 von insgesamt 28 OP-Sälen betrieben werden. „Etwa 40 Prozent der ursprünglich geplanten Operationen mussten abgesagt werden.“

Der Warnstreik trifft die Uniklinik, die nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt ist, in einer ohnehin angespannten Lage. „Eine sehr hohe Zahl von Patientinnen und Patienten muss zurzeit in den Düsseldorfer Kliniken behandelt werden. Hinzu kommen die COVID-19-Fälle, die auf der Intensivstation als zusätzliche Patientinnen und Patienten behandelt werden müssen“, so der Klinik-Sprecher.

Am Sonntag hatte sich der größte Krankenversorger dann sogar von der stationären Aufnahme von Intensivpatienten abgemeldet, weil die Kapazitäten erschöpft waren. Am Montag nahm man die Versorgung zwar wieder auf, doch die Kapazitäten seien weiter sehr dünn. „Es gibt nie einen perfekten Zeitpunkt“, sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Uniklinik hoffe „im Interesse der Patientinnen und Patienten auf eine schnelle Einigung mit einem für alle Seiten tragbaren Ergebnis“.

Patienten der Uniklinik zeigten Verständnis für die Situation vor Ort, sagte die Uniklinik. „Viele machen sich jedoch grundsätzlich große Sorgen über die Kapazitäten der Krankenhäuser in einer Phase, in der auch die Pandemie wieder Fahrt aufnimmt.“ Immer häufiger äußerten Patientinnen und Patienten auch Unverständnis darüber, „dass es Menschen gibt, die sich nicht mit einer Impfung sehr wahrscheinlich vor einem schweren Corona-Verlauf schützen wollen und so als zusätzliche Fälle in die Kliniken kommen.“

Von den Streiks am Dienstag waren auch die Unikliniken in Essen und Köln betroffen. Am Mittwoch sollen Streiks an den Unikliniken in Bonn und Münster folgen.