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Düsseldorf: Viele Eltern wegen Kita-Streiks „am Limit“​

Zehn Wochen Streik in Düsseldorf : „Viele Eltern sind wegen der Kita-Streiks am Limit“

Die beiden Betriebskitas der Düsseldorfer Uniklinik werden seit zehn Wochen bestreikt. Für Eltern sei das eine „Zerreißprobe“, viele Kinder seien verunsichert, sagen Mütter und Väter. Sie schreiben einen offenen Brief.

Von den Streiks an der Uniklinik sind auch Eltern betroffen, deren Kinder in den Betriebskitas Blaubär und Waldhäuschen betreut werden. Seit zehn Wochen werden diese bestreikt. „Viele Eltern sind am Limit“, sagt Vater Niko Stamtsis, dessen Sohn (15 Monate) in der Kita Waldhäuschen betreut wird – wenn er denn einen Platz in der Notbetreuungsgruppe bekomme. Im Homeoffice könne der Bankangestellte aber nicht mehr immer arbeiten, seine Frau Angeliki ist wiederum Biomedizinerin an der Uniklinik, die im Labor arbeiten müsse: „Das ist eine Zerreißprobe.“

Die Streiks machen auch Kathrin Becker zu schaffen, die eine Tochter (1) hat. Sie ist Oberärztin in der Kieferorthopädie vor Ort, ihr Mann Pathologe in der Nähe von Bonn. „Das ist eine enorme Belastung für uns, das ständige Jonglieren.“ Sie kritisiert wie andere Eltern, dass nicht transparent sei, wer einen Notbetreuungsplatz bekomme und dass die Gruppe nicht ausgeweitet werde. Kritik gibt es auch, weil die Betreuungskosten weiter gezahlt werden müssten – beim Streik liege höhere Gewalt vor.

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In einem offenen Brief an die Streikparteien schildern die Eltern ihre Situation. „Wir bedauern das sehr. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass möglichst viele Notbetreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden können“, teilt die Uniklinik mit. In den Verhandlungen hätten die Unikliniken mehrmals eine Unterbrechung oder „hilfsweise eine deutliche Reduzierung der Streikmaßnahmen“ gefordert – erfolglos. Verdi teilt wiederum mit, dass es auch noch kein Angebot für Erzieher gebe. Eine Erweiterung der Notgruppen sei auch wegen Krankheitsfällen und Kündigungen kaum umsetzbar. Die könnten sogar zu einer generellen Reduzierung der Betreuungsplätze führen. Die Zuteilung der Plätze für die Notbetreuungsgruppen erfolge wiederum nicht über Verdi. Auch dort sei man verwundert über die Kriterien, nach denen die Plätze vergeben werden würden.