Düsseldorf: Viele E-Scooter-Fahrer ignorieren Regeln

Verkehr in Düsseldorf : Viele E-Scooter-Fahrer ignorieren Regeln

Zwei Unfälle, viele Verstöße: Wie gefährlich sind die neuen Fahrzeuge? Der Leihanbieter verweist auf klare Regeln.

Der bereits zweite Unfall mit einem der neuen E-Tretroller in Düsseldorf wirft die Frage auf, wie sicher man auf den Fahrzeugen unterwegs ist und welche Gefahr sie für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Nicht zu übersehen ist darüber hinaus, dass sich viele Fahrer auch in Düsseldorf nicht an die Regeln halten, unerlaubt über Gehwege düsen oder zu zweit auf den E-Scootern unterwegs sind.

Regeln Der Leihanbieter Tier stellt eigentlich klare Regeln für seine Kunden auf: Die Verkehrsregeln müssen eingehalten werden, es gibt ein Mindestalter von 18 Jahren, ausnahmslos ist nur eine Person pro Scooter erlaubt. Weitere Tipps für den Benutzer: „Sei aufmerksam und fahre verantwortungsvoll. Achte auf große Fahrzeuge, fahre nicht in den toten Winkel und sei immer konzentriert und achte auf deine Umgebung, den Verkehr und Fußgänger.“ Außerdem sei ein Helm für eine sichere Fahrt unerlässlich. Eine Helmpflicht gibt es aber auch seitens des Gesetzgebers nicht. Für E-Scooter-Fahrer gelten der Straßenverkehrsordnung zufolge weitgehend die Regeln für Radfahrer. Wer sich an diese nicht hält, muss mit Bußgeldern rechnen. Beim Fahren auf nicht zulässigen Verkehrsflächen, zum Beispiel auf Fußgängerwegen, wird ein Verwarnungsgeld von 15 Euro fällig.

Forderung Die Allianz-Versicherung schaltet sich in die Diskussion über die Gefahren von Elektro-Tretrollern ein: Die Polizei sollte Unfälle mit E-Scootern deutschlandweit als eigene Kategorie in ihre Statistiken aufnehmen. „Nur so können die Sicherheitsexperten von Beginn an Fehlentwicklungen und typische Unfallmuster erkennen und frühzeitig Gegenmaßnahmen empfehlen“, so die Experten des Versicherers. Die Allianz geht von einem Anstieg der Unfallzahlen aus, sowohl bei Kollisionsunfällen als auch bei Alleinunfällen. „Wie schon beim Pedelec zu beobachten, sind die Benutzer völlig ungeübt mit dem neuen Gefährt und seinen fahrdynamischen Eigenschaften“, heißt es bei der Allianz.

Statistik Die E-Scooter sind seit Mitte Juni in Deutschland im Straßenverkehr erlaubt. Etwas länger als zwei Wochen bietet Tier als erster Leihanbieter seine Tretroller in Düsseldorf an, dazu kommen Fahrzeuge in Privatbesitz. Eine Statistik, wie viele Bußgelder bisher verhängt wurden, führt die Polizei noch nicht.

Unfall Am Freitagabend war es an der Graf-Adolf-Straße/Ecke Oststraße zu einem Zusammenstoß zwischen einem E-Tretroller-Fahrer und einem Auto gekommen. Nach Angabe der Polizei verursachte wohl der 27 Jahre alte E-Tretroller-Fahrer den Unfall. Er sei als „Geisterfahrer“ verbotswidrig über einen Fußgängerübergang gefahren und dann mit dem abbiegenden Pkw kollidiert. Der 27-Jährige musste nach seinem Sturz in einem Krankenhaus behandelt werden.

Nachhaltigkeit Es gibt Anbieter, deren E-Tretroller nach gut vier Wochen ausgedient haben und entsorgt werden. Bei Tier soll dies anders sein. „Wir legen den Fokus auf Nachhaltigkeit. Unsere E-Scooter haben mit etwa sechs Monaten eine relativ lange Haltbarkeit“, sagt Peter Russ. Das Ziel von Tier ist es, die Dauer möglichst schnell auf zwölf Monate auszubauen. Derzeit sind in Düsseldorf 250 E-Tretroller unterwegs. Damit wurde die Flotte bereits leicht vergrößert.

Jobs Die Tier-Scooter können Sonntag bis Donnerstag bis 22 Uhr, Freitag und Samstag bis Mitternacht ausgeliehen werden. Danach werden sie eingesammelt. Tagsüber lokalisieren sogenannte Ranger vermisste Roller und bringen sie ins Lager. Tier sucht weitere Ranger in Düsseldorf, bezahlt wird auf 450-Euro-Basis. Die Ranger sollten ein eigenes Fahrzeug haben und mindestens an zwei bis drei Tagen in der Woche zur Verfügung stehen.

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