Kulturfest in Düsseldorf Trommel-Workshop und traditionelle Gerichte beim Afrika-Fest

Düsseldorf · Am Wochenende fanden vor der Schützenhalle in Eller die jährlichen Afrika-Tage statt, nachdem der Ulenbergpark diesmal nicht zur Verfügung stand. Dennoch war das Festival wieder gut besucht.

 Moussa Diallo lernte beim Trommel-Workshop gutgelaunte Teilnehmer an.

Moussa Diallo lernte beim Trommel-Workshop gutgelaunte Teilnehmer an.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Seit 16 Jahren schon finden die Afrika-Tage in Düsseldorf statt. Was als kleine, einmalige Aktion im Kulturzentrum Zakk begann, ist mittlerweile ein dreitägiges, kostenloses Festival mit reichlich Programm und Angebot. „Letztes Jahr hatten wir insgesamt circa 6000 Besucher“, sagt Initiator Oboja Ado. Doch allein die simbabwische Afro-Pop-Band Mokoumba hatte am Samstagabend den Platz vor der Bühne voll ausgefüllt. „In diesem Jahr sind es deshalb sicherlich noch viel mehr geworden.“

Dieses Mal stand dem Festival auf der Wiese vor der Elleraner Schützenhalle auch deutlich mehr Platz zur Verfügung als noch in den vergangenen Jahren im Ulenbergpark. Denn dort hatte das Gartenamt entschieden, sollten in diesem Jahr keine Großveranstaltungen mehr stattfinden. Ein Schock für die Veranstalter. Die Stadt empfahl daraufhin, sich an die örtlichen Vereine zu wenden. „Jetzt sind wir glücklich, in der Kürze der Zeit eine tolle Alternative gefunden zu haben“, sagt Ado. „Und wir hoffen sehr, dass sie wiederkommen wollen. Das Fest ist eine Bereicherung für den Stadtteil“, ergänzt Schützenchef Lothar Adams.

Über das ganze Wochenende spielten täglich von 16 Uhr an Bands und Musiker auf der Bühne, von „Afro-Salsa“ bis „Reggae meets Drums“. Nicht fehlen durften auch traditionelle Programmpunkte wie der Gospel-Gottesdienst oder der Besuch der ghanaischen Könige. Einige Stände von Vereinen und Künstlern lockten damit, Schmuck, Mode oder Musikinstrumente aus verschiedenen afrikanischen Kulturen zu entdecken. Der Düsseldorfer Verein Béto etwa bot Klangschalen und traditionelle Kleidung an, mit deren Erlös Waisenheime in der Republik Kongo unterstützt werden. „Wir möchten dabei auch unsere Kultur repräsentieren“, sagt Vereinspräsident Franklin Mikangou.

Dazu gab es auch kulinarisch viel zu probieren, etwa traditionelle Gerichte aus Togo, Äthiopien oder Eritrea. Für die Kinder veranstaltete der sudanesische Kunstpädagoge Abdelhag El Dodo ein interkulturelles Kunstprojekt. Sehr beliebt waren neben den Musik-Acts auch die Vorträge und Diskussionen, etwa mit dem senegalesischen Kabarettisten und Germanisten Ibou N‘Diaye oder der Karriereberaterin Annah Keige-Huge, die über Studium und Karriereperspektiven von Studierenden aus Afrika in Deutschland sprach. Mehrere Besucher wie Tobias und Petra Brunck hatten sich auch für den Workshop bei Percussions-Trommellehrer Moussa Diallo angemeldet, um die Kunst der westafrikanischen Rhythmen und Trommeltechniken kennenzulernen. „Uns interessieren die Menschen und Kulturen von Afrika sehr. Das wollten wir einmal live erleben dürfen“, sagt Petra Brunck, die zum ersten Mal das Festival besuchte.

Genau solche Aussagen seien das Ziel, welches Ado mit den Afrika-Tagen erreichen möchte. Nachdem der gelernte Metallbauer und Afro-Pop-Tänzer 1992 aus Ghana nach Deutschland kam, fremdelte er zunächst noch in der neuen Umgebung und fühlte sich ein wenig einsam. Also beschloss er, über die Kunst und dem Vorstellen seiner Kultur in der Öffentlichkeit selbst auf die Menschen zugehen zu wollen.

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