Düsseldorf: Verwirrung durch neue Zuschnitte von Wahlkreisen in Düsseldorf

Düsseldorf: Verwirrung durch neue Zuschnitte von Wahlkreisen

Wer die Wahlbenachrichtigung nicht genau studiert hatte, musste am Sonntag in vielen Fällen einen Umweg in Kauf nehmen: Das Wahlamt hat die Zuschnitte der Wahlkreise verändert.

Das sorgte für Verwirrung bei etlichen Wählern und auch bei vielen Helfern, die in den Listen vergeblich nach Personen suchten.

Am Abend dauerte dann die Auszählung ungewöhnlich lange: Nach 22 Uhr fehlten immer noch die letzten Schnellmeldungen aus Stimmbezirken. Ein Grund könnte einer Stadtsprecherin zufolge die höhere Wahlbeteiligung sein: 67,8 Prozent der rund 412.000 Berechtigten gingen gestern zur Wahl, bei der letzten Landtagswahl 2012 waren es lediglich 60,8 Prozent gewesen.

Das Wahlamt verweist darauf, dass man auf die neuen Zuschnitte vorab hingewiesen habe. Eine Ursache ist demnach, dass die Zahl der Bezirke reduziert wurde. Bei der Landtagswahl 2012 hatte es noch 388 Lokale gegeben, diesmal waren es 315. Das ist Folge des Trends zur Briefwahl. "Wir haben das Personal anders eingesetzt", sagt Torsten Flader, Sachgebietsleiter Wahlen. Die Zahl von rund 3500 Wahlhelfern ist gleichgeblieben. Flader verweist darauf, dass die Größe der Bezirke immer noch erheblich geringer ist als der gesetzliche Höchstwert.

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Der andere Grund ist der Bau-Boom: Weil manche Stadtteile erheblich wachsen, hat das Amt neue Blöcke gebildet. Durch das Neubaugebiet Grafental zum Beispiel haben sich in Flingern Grenzen verschoben. Wer im September zur Bundestagswahl aufbricht, wird in aller Regel an selber Stelle wählen wie gestern. "Wir haben darauf geachtet, dass die Lokale zu beiden Terminen zur Verfügung stehen", sagt Flader.

Das kleinste Lokal befand sich mit 83 Wahlberechtigten in der Architektenkammer NRW im Zollhof, das größte mit 1781 Wahlberechtigten im Berufskolleg Räuscherweg.

(arl)