1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Verkaufsoffener Sonntag am 15. Mai 2022 - Wunsch des Handels​

Wunsch des Handels : Der nächste Sonntag wird in Düsseldorf kurzfristig verkaufsoffen

Am 15. Mai dürfen die Geschäfte in den Düsseldorfer Stadtteilen Altstadt, Carlstadt, Stadtmitte und Kaiserswerth von 13 bis 18 Uhr öffnen. Die Entscheidung fiel erst am Montag. Verdi erwägt eine Klage.

Der Einzelhandel darf in mehreren Stadtteilen – darunter der zentralen Innenstadt – am Sonntag von 13 bis 18 Uhr öffnen. Der Haupt- und Finanzausschuss traf am Montag eine entsprechende Eilentscheidung. Sie gilt für die Stadtteile Stadtmitte, Altstadt, Carlstadt und Kaiserswerth. Als Anlass wird die Messe ProWein genannt.

Der Handelsverband hatte kurzfristig die Öffnung erbeten. Denn die Messe, die wegen Corona ausgefallen war, wird im Mai nachgeholt. Darüber hinaus erhoffen sich die Händler durch die Corona-Lockerungen eine Belebung ihrer Geschäfte. „Jeder Verkaufstag ist jetzt wichtig“, sagt Handelsverband-Sprecherin Carina Peretzke.

Die verkaufsoffenen Sonntage sind politisch hoch umstritten und stehen je nach Anlass auch rechtlich auf wackeligen Füßen. In diesem Jahr war überraschend kein einziger Termin geplant, nachdem der Antrag des Handelsverbands für vier Termine im Dezember im Stadtrat durchgefallen war. Nur zur Messe Boot hätte der Handel öffnen dürfen – die wurde allerdings abgesagt.

  • Trödeln ist bei Sonnenschein am schönsten
    Festivals, Events und Ausstellungen in NRW : Zehn Freizeit-Tipps fürs Wochenende
  • Einblick in Kosmetiktrends beim Pressetermin zu
    Wirtschaft in Düsseldorf : Der schwere Neustart für die Messe
  • Cora Fuchs ist „Mrs. Fox“: Am
    Handel in Mettmann : Cora Fuchs feiert sieben Jahre „Mrs. Fox“
  • Landtagswahl 2022 : Das sind die Wahlkreise in NRW
  • Auch in Düsseldorf sind bislang noch
    City der Zukunft : Wie die Innenstadt Düsseldorfs belebt wird
  • Die Feuerwehr Grevenbroich im Einsatz (Symbolfoto).
    Feuerwehr Grevenbroich im Einsatz : Angebranntes Essen löst Alarm an der Zumbuschstraße aus

Im April legte die CDU einen Antrag im Sinne des Handels vor, in dem sie doch noch die Öffnung der Geschäfte in Stadtmitte, Altstadt und Carlstadt an drei Sonntagen vorschlug: Parallel zur Messe ProWein am 15. Mai, zur Messe K am 23. Oktober und zum Weihnachtsmarkt am 27. November. Zugleich änderten die Grünen ihre Haltung.

Die Fraktion gab die Abstimmung frei und stimmt nicht mehr geschlossen gegen die Sonntage. Um die erste der Öffnungen noch zu ermöglichen, sah die Verwaltung wegen des Zeitdrucks und der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung von Kirchen, Gewerkschaften und Kammern nur den Weg über einen Eilbeschluss im Hauptausschuss.

Auch dort war die Entscheidung nicht einstimmig. Julia Marmulla (Linkspartei) beklagte, ein Verkauf ausgerechnet am Tag der Landtagswahl sei besonders „gravierend“, SPD-Fraktionschef Markus Raub meinte, die ProWein sei kein ausreichender Anlass. Manfred Neuenhaus (FDP) vertrat eine Gegenposition. „Dem Handel geht es derart schlecht, dass wir helfen sollten“, appellierte er. Am Ende gab es 13 Ja-Stimmen, fünf dagegen und eine Enthaltung bei den Grünen.

Die Gewerkschaft Verdi erwägt nun eine Klage. Geschäftsführerin Stephanie Peifer sagte unserer Redaktion, sie sei fassungslos über das Prozedere in Düsseldorf. Aus ihrer Sicht ist es formal fehlerhaft, dass nur der Ausschuss beschieden hat. Auch die Prowein als Anlass hält sie für nicht ausreichend. Peifer beklagt, der Wille des Handels solle rechtlich durchgedrückt werden.

(arl)