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Düsseldorf: Vera Geisel - Frau von OB Geisel sorgt in Farid-Bang-Debatte für Verwirrung

Frau des Düsseldorfer OB : Vera Geisel sorgt in Debatte um Farid-Bang-Video für Verwirrung

Die Frau von OB Thomas Geisel steht wegen eines umstrittenen Facebook-Beitrags im Fokus – und bekommt Widerspruch aus dem Kinderhospiz Regenbogenland. Sie steht zudem im Mittelpunkt eines kuriosen Falls am Rande der FDP-Pressekonferenz.

Die Frau von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), Vera Geisel, wird zum Thema im Wahlkampf – und das in doppelter Hinsicht. Mit einem umstrittenen Facebook-Post hat die Juristin die Debatte um das Video mit Rapper Farid Bang erneut in Gang gebracht, am Rande einer Pressekonferenz der FDP wurde sie beim Abfotografieren eines Plakats beobachtet – kurze Zeit später rückte das Ordnungsamt an.

Oberbürgermeister Geisel hatte das umstrittene Video, in dem der Musiker zur Einhaltung der Schutzregeln gegen die Coronapandemie aufruft, am Dienstag von allen städtischen Kanälen entfernen lassen. Für die Zusammenarbeit mit Bang hatte es zuvor parteiübergreifend Kritik gehagelt, sogar die Spitzen von SPD-Kreisverband und -ratsfraktion distanzierten sich. Farid Bang steht wegen antisemitischer, homophober und frauenfeindlicher Textzeilen in der Kritik.

Am Folgetag reagierte Vera Geisel bei Facebook. Sie dankte Bang in ihrer Funktion als Schirmherrin des Kinderhospizes Regenbogenland dafür, dass er kürzlich Schutzmasken an diese und andere karitative Einrichtungen gespendet hatte, lobt sein „großes Herz“ – und fragte: „Warum gibt es in der Politik so viel Aufregung um das Farid-Bang-Video und seinen Aufruf zur Einhaltung der Corona-Schutzregeln?“ Geisel und die SPD teilen mit, es handele sich um ein persönliches Facebook-Konto.

Der Beitrag sorgte für viele Reaktionen. Kritiker – darunter einige Funktionsträger der CDU – warfen Geisel vor, vom Thema abzulenken und nicht auf die problematischen Texte einzugehen. Am Donnerstag löschte Geisel den Post, nach ihrer Darstellung, weil er benutzt worden sei, um die Diskussion „in die falsche Richtung“ anzuheizen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion betont Geisel, sie lehne frauenfeindliche, homophobe und antisemitische Texte ab. In dem Fall gehe es aber „um etwas ganz anderes“. Gangster-Rap und Battle-Rap seien ein Teil der Jugendkultur. Bang sei es offensichtlich gelungen, mit dem Video junge Leute zu erreichen. „Damit ist für mich gelungen, eine Brücke zu schlagen, über die wesentlich mehr erreicht werden kann als über Ausgrenzung und Spaltung.“

Vera Geisel (rechs) beim Fotografieren des FDP-Plakats, das für einen Pressetermin am Rheinufer aufgestellt worden war. Foto: Unbekannt

Auch im Hospiz stößt Geisels Beitrag auf Widerspruch. Der Vorsitzende des Fördervereins, Norbert Hüsson, zeigt sich enttäuscht über den Beitrag, mit dem das Kinderhospiz in die Debatte gezogen werde. „Ich schätze unsere Schirmherrin sehr“, sagt er: „Aber diese Sache wäre nicht nötig gewesen.“ Er sieht es inzwischen sogar als Fehler, dass das Hospiz 1500 Masken von Bang und seinem Label angenommen hat.

Den Mitarbeitern sei nicht klar gewesen, von wem die bereits am 6. Mai erfolgte Spende kam. „Einen Tag vor der Übergabe hat sich eine Kanzlei gemeldet.“ Das Label Banger Music sei zwar genannt worden, man habe es aber nicht mit dem Musiker und dem Skandal um die Echo-Verleihung in Zusammenhang gebracht, sagt Hüsson, früherer Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung. „Wir haben schon früher Spenden abgelehnt. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.“ Geisel teilt mit, die Entstehungsgeschichte des Videos sei ihr unbekannt gewesen.

Vera Geisel steht derweil auch im Mittelpunkt einer kuriosen Geschichte am Rande des Wahlkampfs: Am Dienstag hatte die Oberbürgermeister-Kandidatin der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ihre Kampagne präsentiert und dafür kurzzeitig ein Plakat auf der Rheinuferpromenade aufgestellt – obwohl Wahlwerbung erst ab Freitag erlaubt ist. Kurz danach fuhr Vera Geisel mit dem Rad vor, fotografierte das Plakat und telefonierte – was unter den FDP-Politikern und den Journalisten für Erheiterung sorgte. Offenbar bemerkte Geisel nicht, dass im KIT-Café der Termin noch lief.

Kurze Zeit später rückte das Ordnungsamt an. Zum genauen Ablauf gibt es verschiedene Versionen. Ein Kenner der Vorgänge sagt unserer Redaktion, dass OB Thomas Geisel das Amt informieren ließ, sein Sprecher Dieter Schneider dementiert das und spricht allgemein vom „OB-Büro“. Vera Geisel behauptet: „Ich habe das Plakat abfotografiert und meinen Mann gefragt: ,Super, können wir schon plakatieren?’“ Als die Ordnungskräfte anrückten, war das Plakat bereits abgebaut.