Düsseldorf: Umweltspur an der Prinz-Georg-Straße - Fahrrad-Spur an der Kaiserstraße

Umweltspuren in Düsseldorf : Auf einmal hat auch die Kaiserstraße eine Sonderspur

Die Prinz-Georg-Straße hat seit Dienstag eine Umweltspur – Fahrradfahrer testeten sie und zeigten sich sehr zufrieden. Die Stadt überraschte aber noch mit einer weiteren Maßnahme: Auf der Kaiserstraße gelten jetzt noch strengere Regeln als auf den Umweltspuren.

Düsseldorf hat auch den Start von Umweltspur Nummer zwei ohne größere Probleme gemeistert. Auf der Prinz-Georg-Straße wurden am frühen Dienstagmorgen die Strecken zwischen Bagel- und Moltkestraße (Fahrtrichtung Norden) sowie Moltke- in Richtung Rochusstraße (Richtung Süden) in Betrieb genommen. Am Montag war die erste Umweltspur auf der Merowingerstraße gestartet.

Für Verwirrung sorgte die Stadtverwaltung bei manchem Autofahrer, indem sie am Dienstag auch auf der Kaiserstraße eine Spur abschraffieren ließ. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Umweltspur – noch nicht. Auf der Kaiserstraße wurde ein Radweg im Rahmen des Ausbaus des Hauptradwegenetzes eingerichtet.

Hier sammeln wir für Sie die wichtigsten Infos zu den Umweltspuren.

ADFC: „Spur ist ein gutes Angebot“

Um 8 Uhr nahmen rund 15 Mitstreiter des ADFC die neuen Spuren auf der Prinz-Georg-Straße in Augenschein und drehten zwei Proberunden. Sie empfanden es als sehr angenehm, so viel Platz im Straßenraum zu haben, und fuhren die meiste Zeit nebeneinander. „Die Spur ist ein gutes Angebot“, urteilte Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf, „besser wäre es allerdings gewesen, man hätte die Spur bis zur Ulmenstraße durchgezogen, wo es wieder einen regulären Radweg gibt.“

Der ADFC drehte am Dienstagmorgen eine Proberunde auf der Prinz-Georg-Straße. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Tyra plädiert für eine Anpassung der Ampelphasen an das Tempo der Radler. Besser sei generell Tempo 30 in der Innenstadt, zumal die Autofahrer in den Stoßzeiten ohnehin nicht schneller voran kämen. „Dann würde viel von der Anspannung und auch Aggression im Verkehr wegfallen.“

Konflikte zwischen Rheinbahn und Radfahrern?

Ein Phänomen, das im Vorfeld der Einrichtung der Umweltspuren diskutiert wurde, zeigte sich bei der Proberunde des ADFC: Ein Rheinbahn-Bus wollte nicht hinter den Radlern her fahren, sondern scherte auf die verbliebene Autospur aus – so dass dort weniger Platz zur Verfügung stand. Wegen der Ferienzeit und des geringen Verkehrsaufkommens war dies kein großes Problem, die Nagelprobe findet nach den Osterferien statt.

 Die Stadt beurteilt den Start der Sonderspuren als nahezu problemlos, von der Polizei ist dies auch zu hören. Nach Beobachtungen des Amtes für Verkehrsmanagement halten sich bis auf ganz wenige Ausnahmen die Autofahrer an die neue Regelung. Neben den Radlern können der öffentliche Personennahverkehr sowie Fahrzeuge mit E-Kennzeichen inklusive der Eddy-Roller die Spuren nutzen.

Nicht alle Autofahrer hielten sich an die neuen Regeln. Auch Handwerker parkten auf der Spur an der Prinz-Georg-Straße. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Diese Verkehrsregel gilt auch auf der Umweltspur

Die ADFC-Mitglieder fragten sich am Dienstag, ob es zulässig ist, die Spuren parallel zu befahren. Antwort der Polizei: Nach Paragraph 2 der Straßenverkehrsordnung müssen Radfahrer grundsätzlich auf der Fahrbahn hintereinander fahren. Ausnahme: Es wird kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert. Dies sei aber bei normalen Straßenbreiten und entsprechendem Verkehr fast immer der Fall. Auch auf der Umweltspur solle man folglich besser hintereinander fahren.

Die Polizei wird auch in der Erprobungsphase nicht generell ein Auge zudrücken, wenn nicht berechtigte Autofahrer über die Umweltspur fahren. Vor allem Mehrfach-Täter müssen mit Strafzetteln rechnen.

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