Düsseldorf: Trivago eröffnet neue Zentrale im Medienhafen

Kino, Fitnessstudio und Kirmes-Raum : Trivago eröffnet neue Zentrale in Düsseldorf

Das Hotelvergleichsportal-Unternehmen ist auf einen eigenen Campus im Düsseldorfer Medienhafen gezogen. 1200 Menschen arbeiten dort, 2000 könnten es künftig sein. Höhepunkte des modernen Gebäudes sind ein eigenes Kino sowie eine Joggingstrecke.

In der Bibliothek ein Buch ausleihen, im Fitnessstudio ein paar Übungen machen, auf der Dachterrasse sitzen, eine Runde joggen gehen oder Fleisch auf den großen Grill schmeißen: Was für manchen nach Urlaub klingt, ist für die Mitarbeiter von Trivago jetzt alles am Arbeitsplatz möglich. Das Hotelvergleichsportal hat seine neue Unternehmenszentrale im Medienhafen bezogen, die am Mittwoch offiziell eröffnet wurde. Auf rund 26.000 Quadratmetern Bürofläche arbeiten dort aktuell knapp 1200 Mitarbeiter, bis zu 2000 könnten insgesamt in dem sechsgeschossigen Gebäude Platz finden. Das Haus soll ein „optimales Arbeitsumfeld“ bilden, betont das Unternehmen.

Trivago startete einst an der Ronsdorfer Straße in Flingern, zuletzt waren die Mitarbeiter dann auf drei Bürogebäude in Golzheim und neun Etagen verteilt. 2013 begann man, die Fühler auszustrecken nach einem neuen Standort. „Wir haben lange im Bestand gesucht, insgesamt 24 Grundstücke besichtigt“, erzählt Mitgründer Peter Vinnemeier. Das ehemalige Straßenverkehrsamt wurde ebenso geprüft wie Gebäude am Flughafen oder die Fashion-Häuser. „Letztlich haben wir uns aber doch schnell auf den Hafen fokussiert.“ Der Entwickler Immofinanz hat das Projekt umgesetzt, entworfen wurde es vom renommierten Düsseldorfer Architekturbüro SOP. „Und dann ging es eigentlich ganz schnell“, sagt Vinnemeier: 2015 wurde der Mietvertrag unterschrieben, 2016 der Grundstein gelegt, 2017 das Richtfest gefeiert. Im vergangenen Juni zogen die Mitarbeiter um, „das ging ganz kompakt voran, an zwei Wochenenden war das meiste geschafft“.

Jetzt arbeite man in einem Umfeld, das zur Unternehmenskultur passe, sagt Vinnemeier. Die Wege seien kürzer geworden, die Kommunikation sei einfacher. Einige Arbeitsplätze sind fest vergeben, die meisten können aber flexibel genutzt werden. Und obwohl man im Großraum arbeite, existierten zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten und Bereiche für Gespräche und Meetings: „Es gibt jede Menge unterschiedlich gestaltete Räume, in denen man sich treffen kann.“

Der „Inception“-Raum zum Beispiel, der ein riesiges Bild aus dem gleichnamigen Kinofilm an der Wand und den Kreisel aus der Schlussszene auf dem Tisch hat. Der Raum „Wanne-Eickel“ hat die Cranger Kirmes als Thema - samt Schießbuden-Accessoires und Lebkuchen-Herzen. Dazwischen gibt es 25 kleine Küchen im Gebäude: Dort gibt es kostenlose Getränke und Müsli. Im Erdgeschoss befinden sich das modern eingerichtete Fitness-Studio und das Kino, im ersten Stock die riesige Kantine („Culture Cuisine“) mit elf verschiedenen Gerichten am Tag.

Die Unternehmenszahlen des laufenden Jahres waren insgesamt mäßig gewesen. Der Umsatz fiel in den ersten neun Monaten um zwölf Prozent auf 748 Millionen Euro, der Verlust betrug 32,5 Millionen Euro. Ein harter Sparkurs hatte aber dafür gesorgt, dass Trivago im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen schrieb. „Damit sind wir eigentlich sehr zufrieden und blicken zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Finanzvorstand Axel Hefer beim Eröffnungevent und betonte: Der Weg vom Garagenunternehmen zum internationalen Player verlaufe nun einmal nicht ohne Schwankungen.

Der zweite Bauabschnitt des Campus, ein 16-geschossiges Hochhaus gleich nebenan, soll bis 2020 beziehbar sein. Wer dort als Mieter einzieht, ist noch nicht entschieden.

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