Düsseldorf: Trini Trimpop ist ein ganz freundlicher Punk

Besuch in Düsseldorf: Trini Trimpop ist ein ganz freundlicher Punk

Trini Trimpop, Gründungsmitglied der Toten Hosen, hat das Haus der Universität in Düsseldorf besucht. Bei der Veranstaltung ging es aber weniger um seine Musik, als um seine Filme.

Er trat so auf, wie es alle erwarteten: Trini Trimpop kam in einem kessen Paradiesvogel-Look ins Haus der Universität. Die Kleidung war so bunt wie sein Leben, von dem er in aller Gelassenheit berichtete. Der Düsseldorfer Punkrock-Pionier war Schlagzeuger und Gründungsmitglied der Toten Hosen, die er zeitweise auch managte.

Moderiert hat er auch, Bücher geschrieben, einen Taxifahrer in der "Lindenstraße" gemimt und Filme gedreht, und die standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der die Stiftung "imai" im Rahmen von "Video Box" geladen hatte. Trini Trimpop als einer der wichtigsten Protagonisten des deutschen Punk- und Undergroundfilms war von so großem Interesse, dass der Saal erstmals in dieser Reihe restlos besetzt war, die Leute saßen sogar auf den Treppen.

  • Fotografien im Postpost : Tote Hosen besuchen Tote-Hosen-Ausstellung
  • Zum Tod des Schlagzeugers der Toten Hosen : Tschüss, Wölli

Der 66-Jährige eroberte sofort die Herzen des Publikums mit offener und lockerer Art: "Schön, dass so viele junge Leute da sind, und Veteranen", sagte er. Und er erinnerte sich coram publico an seinen Counterpart in jungen Jahren - Muscha. "Wir waren ein bisschen wie Brüder und gleich crazy, interessiert an der Hippie-Bewegung." Erste Drogenerfahrungen hätten sie gemacht, "das gehörte dazu in der Zeit". Am Ende landeten beide in Düsseldorf, wo auch der Kultfilm "Blitzkrieg Bob" entstand, der im Auditorium gezeigt wurde.

Zuvor hatten sie schon viel aufgenommen. "Meistens unsere Freundinnen mit der Super-8-Kamera. Dann wollten wir was inszenieren." Auch Inspirator Trini Trimpop, dessen Vorname eigentlich Klaus-Peter lautet, hat seine Quellen: Regisseur Wim Wenders - auch Düsseldorfer - habe ihn beeindruckt, der amerikanischer Underground-Filmemacher Kenneth Anger und "Ein andalusischer Hund" von Luis Buñuel und Salvador Dalí.

(RP)