Düsseldorf: Teststrecke für autonomes Fahren startet schon im Juli

In Düsseldorf-Friedrichstadt : Teststrecke für autonomes Fahren startet schon im Juli

Am Donnerstag sind die ersten Funkmodule für selbstfahrende Autos in Düsseldorf montiert worden. Sie sollen autonome Fahrzeuge, aber auch Rheinbahnbusse über die Ampelschaltungen informieren. Ab Juli ist hier eine Teststrecke.

Die Teststrecke für autonomes Fahren in Düsseldorf geht in die praktische Phase. Am Donnerstag wurden erste Module an Ampeln in Friedrichstadt installiert. Wir geben einen Überblick, wie und wann die ersten selbstfahrenden Fahrzeuge in der Landeshauptstadt unterwegs sein werden.

Was wurde in Düsseldorf installiert? Die Stadt hat am Donnerstag damit begonnen, die Infrastruktur für die Teststrecke des Projektes "Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf" (KoMoD) aufzubauen. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke hat an der Friedrichstraße die an den Ampeln neu angebrachten Road Side Units (RSU) in Augenschein genommen. Eine Road Side Unit ist ein Funkmodul, das zur Kommunikation zwischen Fahrzeug, Infrastruktur und Verkehrszentrale eingesetzt wird und Daten erfasst, überträgt und aufbereitet.

Welche Informationen erfasst oder versendet das Modul? Die Fahrzeuge erhalten Informationen wie Restzeit-Prognosen, also wie lange es noch dauert, bis die nächst gelegene Ampel von rot auf grün umspringt, Kreuzungslage, Gefahrenmeldungen oder Umfeld-Ereignisse - etwa Unfälle oder Sperrungen -, in Echtzeit. Das ermöglicht eine flexible Umschaltung der Ampelanlagen. Das Fahrzeug dient als Informationslieferant: Meldungen der Fahrzeuge (Fahrtzeug-Identifikation, Geschwindigkeit und Position) nutzt die RSU zur Ermittlung der Verkehrslage. Daten wie etwa Temperatur, Feuchtigkeit oder Lichtverhältnisse erhält die RSU von Umweltdetektoren. Stauwarnungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Umleitungsempfehlungen holt sie sich von Verkehrssteuergeräten und Verkehrszentralen. Die Zentrale der RSU übernimmt diverse Aufgaben wie Datenverarbeitungs-, Verwaltungs-, Service und Supportfunktionen und ist ein Baustein, das den Verkehrsrechner Düsseldorf ergänzen soll.

Wann werden die ersten Autos autonom durch Düsseldorf fahren? Ab Juli werden erste Testfahrten auf der Teststrecke aufgenommen. Dann werden sich Autos, Busse, Ampeln und Informationsbeschilderung auf den Straßen der Landeshauptstadt und den umgebenden Autobahnen über die aktuelle Verkehrssituation informieren und vor Gefahren warnen, die für den Fahrer noch nicht sichtbar sind. Autos wissen zukünftig quasi in Echtzeit, wenn auf der Route plötzlich ein Stau entsteht, eine Strecken- oder Tunnelsperrung vorliegt.

Warum wurde gerade Düsseldorf für die Teststrecke ausgewählt? "Die rund 20 Kilometer lange Teststrecke ist in ihrer Form einzigartig in Deutschland. Erstmals kann der automatisierte und vernetzte Straßenverkehr live auf Autobahnen und gleichzeitig im innerstädtischen Betrieb getestet werden", sagt Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke.

Besonders interessant für die Forscher ist, dass auf dem Abschnitt fast alle Verkehrs-Einrichtungen vorkommen, also mehrspurige Straßen, Tunnel, Schnellstraßen, Kreuzungen und die Rheinkniebrücke. Auf Streckenabschnitten der Autobahnen A57 und A52, am Heerdter Dreieck, im Rheinalleetunnel, auf der Rheinkniebrücke, im Stadtteil Friedrichstadt und am Vodafone-Parkhaus können Szenarien erprobt werden, in denen Autos mit der jeweiligen Verkehrsinfrastruktur kommunizieren.

Im Vodafone-Parkhaus wird einem Testfahrzeug in Abhängigkeit von der aktuellen Belegungssituation ein Parkplatz zugewiesen. Das Fahrzeug fährt daraufhin selbstständig zu diesem Parkplatz und parkt voll automatisiert ein und auch wieder aus.

(tb)
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