Düsseldorf: Streit von Uniklinik und Verdi vor der Eskalation

Drohender Warnstreik in Düsseldorf: Streit von Uniklinik und Verdi vor der Eskalation

Die Gewerkschaft droht für Donnerstag erneut mit Warnstreiks. Das Krankenhaus spricht von "absolutem Unverständnis".

In der Auseinandersetzung um die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal an der Uniklinik hat die Gewerkschaft für den morgigen Mittwoch erneut Warnstreiks angekündigt. Man werde zunächst nur eine begrenzte Anzahl von Beschäftigten aufrufen, so dass nur mit geringen Auswirkungen zu rechnen sei, hieß es.

Wenn die Klinikvorstände nicht einlenkten, werde es dabei aber nicht bleiben - sondern man werde eine Intensivierung vorbereiten und zur Urabstimmung über einen Erzwingungsstreik aufrufen. Neben der Uniklinik Düsseldorf richtet die Gewerkschaft die Forderungen auch an die Uniklinik Essen.

"Die Klinikleitungen haben es in der Hand, eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden", so Gewerkschaftssekretär Jan von Hagen. "Andernfalls werden die Beschäftigten die nötige Antwort geben." Bei der Düsseldorfer Uniklinik reagierte man mit "absolutem Unverständnis" auf die Ankündigung, wie Kliniksprecher Stefan Dreising mitteilte: "Verdi geht es offensichtlich nicht um Entlastung, sondern um Eskalation."

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Das Klinikum argumentiert, dass man zu den von der Gewerkschaft geforderten Tarifverhandlungen gar nicht berechtigt sei, weil ausschließlich die Tarifgemeinschaft der Länder diese führen dürfe. Zudem bemühe man sich bereits auf vielen Wegen um die Entlastung der Mitarbeiter.

Pflegedirektor Torsten Rantzsch spricht etwa von 80 zusätzlichen Vollzeitstellen seit 2016: "Das ist Entlastung für das gesamte Personal, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Zahl der stationären Patienten am UKD 2017 leicht zurückgegangen ist." Hinzu kämen 80 zusätzliche Kräfte, die bei der Patientenverpflegung unterstützen, sogenannte Serviceassistenten. Der Personalrat habe gegen diese Maßnahme aber aus formalen Gründen Klage eingereicht.

Verdi argumentiert dagegen, dass solche Einzelmaßnahmen keine ausreichende Entlastung brächten. Die Gewerkschaft beharrt auf einem konkreten Entlastungstarifvertrag für die Beschäftigten.

(RP)
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