1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Sternfahrt für mehr Radwege

Düsseldorf : Sternfahrt für mehr Radwege

Eine Volksinitiative fordert eine bessere Fahrrad-Infrastruktur. Gestern übergaben die Initiatoren symbolisch 200.000 Unterschriften.

1000 Kilometer zusätzliche Radschnellwege und 300 Kilometer überregionale Radwege pro Jahr sowie deutlich mehr Fahrradstraßen und Rad_Infrastruktur in den Kommen: Das forderten mehrere Tausend Teilnehmer einer NRW-weiten Fahrrad-Sternfahrt auf ihrer Abschlusskundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf. Hintergrund der Aktion ist die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“, die in den vergangenen zwölf Monaten rund 200.000 Unterschriften für ein Fahrradgesetz in NRW gesammelt hat. Mindestens 66.000 waren nötig, damit sich der Landtag mit den von den Initiatoren, darunter der ADFC, formulierten Forderungen befassen muss.

„Wir übergeben heute symbolisch dem Landtag die Kisten mit den Unterschriften“, erklärt Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf. „Wir brauchen mehr Infrastruktur für das Fahrrad, denn es ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, das es gibt.“

Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel ist mit dem Fahrrad gekommen, und stellte es ohne Parkplatzprobleme direkt neben der Bühne auf der Wiese vor dem Landtag ab. „In einer Stadt, in der es immer enger wird, in der immer mehr Menschen wohnen und arbeiten, ist das Auto nicht das Mittel der Wahl“, erklärt Geisel unter dem Applaus der Teilnehmer. „Deswegen machen wir eine Vorrangpolitik für den ÖPNV und das Fahrrad. Das Fahrrad braucht weniger Platz und es ist umweltfreundlich.“ In dem Zusammenhang verteidigte er auch die Einrichtung der Umweltspuren. „Als wir sie eingeführt haben, wurde von einigen der Weltuntergang prophezeit“, so Geisel weiter. „Und wie das immer so ist mit dem Weltuntergang, er blieb aus.“ Stattdessen seien bereits heute wesentlich mehr Fahrradfahrer unterwegs. Geisel möchte sich auch für Radschnellwege stark machen, vor allem auf den großen Verbindungsstrecken der Stadt. „Allerdings ist das Planungsrecht kompliziert“, so der OB weiter. Deswegen könne es manchmal länger dauern, bis ein Projekt umgesetzt ist. Auch aus finanziellen Gründen befürwortet Geisel das Fahrrad. „Die Fahrrad-Infrastruktur ist schlichtweg deutlich günstiger“, so der Oberbürgermeister. Auch die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser befürwortet den Ausbau von Fahrradwegen. „Denn ohne das Fahrrad werden wir die Verkehrswende nicht hinbekommen“, erklärt Heinen-Esser. Dass das Land noch deutlich mehr Radwege brauche, verdeutlichte sie an einem persönlichen Beispiel. „Ich sterbe jeden Tag Tausend Tode, wenn meine Tochter mit dem Fahrrad in Köln unterwegs ist“, so die Ministerin. Denn dort sei die Fahrrad-Infrastruktur besonders schlecht. „Deswegen bin ich froh, dass Sie sich des Themas angenommen haben“, erklärte Heinen-Esser an die Initiatoren der Volksinitiative gerichtet.

Der Landtag werde sich ernsthaft mit den Forderungen von „Aufbruch Fahrrad“ befassen. Die gut 200.000 Unterschriften würden jetzt in den kommenden drei Monaten geprüft. Danach hat der Landtag wiederum drei Monate Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Ich gehe davon aus, dass wir spätestens Ende November, also noch in diesem Jahr, zu einem Ergebnis kommen werden“, so die Umweltministerin.

Die geforderten zusätzlichen Fahrradwege seien nur ein Teil eines Gesamtpakets. Zu dem gehört auch mehr Verkehrssicherheit auf Straßen und Radwegen. „Denn diese sind in Düsseldorf grottenschlecht“, so Lerke Tyra. Die Initiatoren von „Aufbruch Fahrrad“ fordern zudem auch eine kostenlose Mitnahme von Fahrrädern im Nahverkehr sowie mehr Fahrradstellplätze und E-Bike-Stationen.