Düsseldorf: Stau auf der Umweltspur Merowingerstraße bleibt weiter aus

Verkehr in Düsseldorf : Stau auf der Umweltspur Merowingerstraße bleibt weiter aus

Wieder einmal hatten die Umweltspuren in Düsseldorf einen angeblichen Härtetest zu bestehen: den ersten Tag der ersten kompletten Arbeitswoche nach den Osterferien. Wir haben uns an der Merowingerstraße umgeschaut.

Das Auffälligste am Montagmorgen gegen acht Uhr sind nicht die Autofahrer, die vom Südring in die Merowingerstraße einbogen. Es ist vielmehr eine Gruppe Radfahrer, die sich dort an der Straßenkreuzung getroffen hat.

Es sind Düsseldorfer Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Sie wollen die Umweltspur testen. Die darf schließlich neben Bussen, Taxen und Elektroautos auch von Radfahrern genutzt werden.

„Wir waren kurz nach der Einrichtung der Umweltspuren schon im Norden an der Prinz-Georg-Straße“, sagt Lerke Tyra, die stellvertretende ADFC-Vorsitzende in Düsseldorf. Aber da seien noch Osterferien gewesen und dementsprechend wenig Verkehr.

Allzu viel Verkehr herrscht auch an diesem Morgen an der Merowingerstraße nicht. Vor der roten Ampel auf dem Südring stehen höchstens 15 Autos, die sich dann nach dem Abbiegen problemlos auf die verbliebene reguläre Spur der Merowingerstraße einfädeln. Auf der Münchener Straße gibt es einen langen Rückstau, jedoch ist das seit Jahren zu beobachten. Auch merken einige Facebook-Nutzer an, dass viele Pendler wohl bereits eine Ausfahrt früher von der A46 abgefahren seien und über die Werstener und Witzelstraße in Richtung Innenstadt fahren würden. Tatsächlich gab es auch dort am Morgen zähfließenden Verkehr. Doch wer die Strecke kennt, der weiß: Dort herrscht an jedem Werktag zur Rushhour mindestens bis zum Hennekamp Stop-and-go-Verkehr.

Lerke Tyra hat mit einigen ADFC-Mitgliedern am Morgen ein paar Proberunden mit dem Fahrrad über die Umweltspur gedreht, vom Südring/Merwoingerstraße bis zum Ludwig-Hammers-Platz. „Lief alles problemlos“, sagt sie anschließend. Es herrsche aber auch recht wenig Verkehr. Sie sei am Samstag hier vorbeigefahren, da sei es sehr voll gewesen und die Autos hätten sich gestaut. „Da sind einige auch einfach über die Umweltspur gefahren.“

Lerke Tyra vom ADFC Düsseldorf hat die Umweltspur am Montagmorgen für Radfahrer getestet. Foto: Christoph Schroeter

Schwierig für Radfahrer seien laut Tyra die Übergänge zur oder von der Umweltspur, also vom Südring auf die Merowingerstraße und vom Ludwig-Hammers-Platz auf die Friedrichstraße. „Da muss sich die Stadt noch etwas einfallen lassen.“

Einer ihrer Mitfahrer merkt an, dass für Radfahrer die Kreuzungen kritische Bereiche seien, also etwa die Ecke Merowinger-/Karolingerstraße. Kurz davor wird die Umweltspur unterbrochen, um Fahrzeugen das Rechtsabbiegen zu ermöglichen. Er habe es mehrfach erlebt, dass Autos dann einfach auf die rechte Spur wechselten. Dort sollte aus seiner Sicht wenigstens der Radweg weitergeführt werden, etwa rot eingefärbt und mit Piktogrammen auf der Straße.

Kurz vor dem Ludwig-Hammers-Platz stehen zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes und kontrollieren die Einhaltung der Umweltspur-Regelung. Sie hätten bislang lediglich zwei Ermahnungen aussprechen müssen, sagen sie. Hin und wieder würden Autofahrer einen Schlenker über die Umweltspur machen, wenn sich wegen eines Linksabbiegers in die Suitbertusstraße ein Rückstau bilde. Insgesamt bestätigen auch sie den Eindruck, dass an diesem Montag relativ wenig Verkehr herrscht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Umweltspur in Düsseldorf - weiter kein Stau auf der Merowingerstraße

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