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Düsseldorf: Stadt will Carschhaus-Grundstück in Innenstadt verkaufen

Innenstadt-Entwicklung : Stadt will Carschhaus-Grundstück verkaufen

Das Grundstück Heinrich-Heine-Platz 1, auf dem das Carschhaus steht, soll an dessen Betreiber Signa veräußert werden. Ebenso das nahe Gebäude Kasernenstraße 6. Insgesamt soll das Geschäft der Stadt 49 Millionen Euro bringen.

Die Stadt will das Carschhaus-Grundstück am Heinrich-Heine-Platz an den Betreiber und Besitzer des Kaufhauses veräußern. Auch das benachbarte Grundstück und Gebäude Kasernenstraße 6/ Heinrich-Heine-Allee 53 soll den Besitzer wechseln – dort haben derzeit unter anderem das Forum Freies Theater (FFT) und die Arbeiterwohlfahrt Räume gemietet. Zusammen mit einer Entschädigung für das Nutzungsrecht an den unterirdischen Bauten des Carschhauses würde das Geschäft 49 Millionen Euro bringen, wie aus der entsprechenden Verwaltungsvorlage hervorgeht. In der letzten Ratssitzung vor Weihnachten am 19. Dezember soll über den Verkauf entschieden werden – der Wohnungsausschuss sollte bereits am Montag in nicht-öffentlicher Sitzung dazu beraten.

Der Verkauf dürfte in engem Zusammenhang mit der aktuell laufenden Planung für die Umgestaltung des Heine-Platzes am Eingang zur Altstadt stehen. Weil die Bahnen dort inzwischen unterirdisch fahren, ist der Weg frei für Veränderungen – unter anderem sollen dabei die unbeliebten Stufen verschwinden, durch die der Platz unterschiedliche Ebenen hat. Ende September hatte die Stadt bei einem öffentlichen Workshop zu dem Thema zudem den Vorschlag in den Raum gestellt, die Verkehrsführung an dieser Stelle zu ändern – der Schwenk von der Heinrich-Heine-Allee in die Kasernenstraße entfiele, die Autos würden weiter geradeaus über die Breite Straße fahren.

Die Stadt hatte bei allen Erwägungen immer auf die komplizierten Besitzverhältnisse auf dem Platz hingewiesen, denen Rechnung getragen werden müsste. So befinden sich unter dem Heinrich-Heine-Platz private Bauten wie das Basement des Carschhauses und eine Tiefgarage. Kaufhaus-Eigentümer Signa hatte auch bereits eigene Ideen und Wünsche für die neue Gestaltung präsentiert: Das Unternehmen hätte gerne eine große Freitreppe, die ins Untergeschoss des Carschhauses führen soll.

Der Verkauf an Signa – genauer: an eine noch zu gründende Tochtergesellschaft und eine weitere Objektgesellschaft – würde sich aus Sicht der Verwaltung rechnen. „Seitens der Stadt besteht am Gebäude Kasernenstraße 6 mittelfristig kein Interesse an einer weiteren Nutzung“, heißt es in der Vorlage für die Politiker: „Die kulturellen Nutzer sollen mittelfristig in das neue Kap1 umziehen, die VHS wird künftig am Bertha-von-Suttner-Platz angesiedelt.“ Ein Verkauf an einen Dritten komme wegen der komplizierten grundstücksrechtlichen Situation aber nicht in Frage. Auf den Verkauf des Grundstücks/Gebäudes Kasernenstraße 6 entfiele ein Anteil des Kaufpreises von 40 Millionen Euro.

Für das bestehende Teilerbbaurecht am Carschhaus-Grundstück erhält die Stadt keinen Erbbauzins – daher hätte dessen Verkauf wirtschaftliche Vorteile, hieß es weiter. Für das Grundstück würden fünf Millionen Euro gezahlt, weitere vier Millionen kämen hinzu als Entschädigung für das Nutzungsrecht an den unterirdischen Bauten (Untergeschoss Carschhaus und Tiefgarage).

Die Stadt erklärt in der Vorlage, die öffentlichen Flächen – besonders der Heinrich-Heine-Platz und das Stadtbrückchen – sollten „zunächst“ als öffentliche Verkehrsflächen gewidmet bleiben. Hinsichtlich des Gebäudes an der Kasernenstraße ist vorgesehen, die städtischen Ämter und stadtnahen Nutzer bis Ende Juni 2021 an andere Standorte zu verlagern. Die Mietverträge mit anderen gewerblichen Nutzern könnten nicht kurzfristig gekündigt werden, hieß es.