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Düsseldorf: Stadt will 3000 neue Wohnungen pro Jahr bauen

Wohnungsmangel in der Stadt : Düsseldorf will 3000 neue Wohnungen pro Jahr

Bereits im Wahlkampf hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) den Wohnungsmangel zu seinem Hauptthema gemacht. Ein Aktionsplan zeigt nun Möglichkeiten: Baulücken, vergessene Ränder und ungenutzte Gewerbeflächen.

Kein Thema bewegt die Düsseldorf so sehr wie Wohnen. Kaum eine Region in Westdeutschland leidet so unter Wohnungsknappheit und sprunghaft steigenden Immobilienpreisen und Mieten. Das zu bekämpfen hatte sich der damalige Oberbürgermeisterkandidat Thomas Geisel (SPD) auf die Fahnen geschrieben.

Jetzt präsentierte der OB seinen "Aktionsplan Wohnen", grade vor dem Start der Mipim, der großen Immobilienmesse in Cannes. "Wir müssen bauen, bauen, bauen. Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum müssen wir Tempo machen. Angesichts des Bevölkerungswachstums unserer Stadt wurde das Thema Wohnungsbau in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt", sagte Geisel am Dienstag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Rathaus. Ziel seien nun 3000 zusätzliche Wohneinheiten pro Jahr.

Vergangenheit und Zukunft - die Zahlen im Detail:

Um das angesichts eines sehr knappen Flächenangebots zu schaffen, wurden im Zuge des "Aktionsplans Wohnen" alle städtischen und privaten Flächen auf eine "unmittelbar, mittel- oder langfristig mögliche Wohnbebauung" hin sondiert. "Dazu gehört neben der Weiterentwicklung von Flächen auch die Nachverdichtung, Ergänzung, Umstrukturierung und Umnutzung von Grundstücken zur Wohnbebauung, wobei Innenverdichtung vor Außenverdichtung kommt", sagte Zuschke.

  1. Die Analyse offenbarte 15 Flächen mit vorhandenem Baurecht für Wohnen, wo aber aus diversen Gründen noch nicht gebaut wird, 17 Flächen mit laufenden Verfahren und acht Flächen mit eingeschränkten Baurechten.
  2. Außerdem wurden elf Grundstücke mit tendenzieller Eignung für Wohnungen aufgespürt. Zuschke sprach dabei von "Randlagen".
  3. Bei 95 Flächen wurde festgestellt, dass sie sich aus diversen Gründen nicht für den Wohnungsbau eignen.

Auch Umwidmungen bestimmter heutiger Gewerbeflächen schlossen Geisel und Zuschke nicht aus. "Es darf keinen Vorrang für Gewerbe einerseits, oder Wohnen andererseits geben. Aber flächenintensive und job-extensive Gewerbe werden in Düsseldorf nicht blühen", sagte der Oberbürgermeister.

CDU kritisiert: "Reiner Aktionismus"

Die CDU-Ratsfraktion reagiert kritisch auf den gestern von OB Geisel vorgestellten "Aktionsplan Wohnen". Bauen um jeden Preis sei noch kein Konzept für die Zukunft Düsseldorfs. Dagegen fordert die CDU eine ernsthafte Debatte über Lebensqualität, Zielgrößen und den Erhalt dörflicher Strukturen.

"Geisels Aktionsplan ist reiner Aktionismus", bemängelt CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt. "Der OB wiederholt nur stur seine Parole, jährlich mindestens 3000 Wohnungen aus dem Boden stampfen zu wollen. Über Folgen und Probleme sagt er nichts."

Besonders in den ländlichen Bezirken wie Hamm und Flehe besteht die Sorge, neben Gewerbe- könnten auch grüne Landwirtschaftsflächen für Wohnbebauung und Verdichtung freigegeben werden.

(tb.)